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Murrhardt,[1]

Gemeinde II. Kl. mit 4318 Einw., wor. 19 Kath. und 41 eig. Konf. a. Murrhardt, Stadt, 2261 Einw., b. Eisenschmiedmühle, Hof, 14 Einw., c. Eschenstruet, Weiler, 150 Einw., d. Eulenhöfle, Weiler, 28 Einw., e. Frankenweiler, Weiler, 47 Einw., f. Gaisbühl, Weiler, 18 Einw., g. Harbach, Weiler, 60 Einw., h. Harnersberg, Hof, 10 Einw, i. Hasenhof, Weiler, 35 Einw., k. Hausen, Weiler, 111 Einw., l. Hinterbüchelberg, Weiler, 160 Einw., m. Hintermurrhärle, Weiler, 45 Einw., n. Hoffeld, Weiler, 35 Einwohner, o. Hördtermühle, Haus, 11 Einw., p. Hördthof, Weiler, 31 Einw., q. Käsbach. Weiler, 128 Einw., r. Karnsberg, Weiler, 63 Einw. s. Kieselhof, Weiler, 56 Einw , t. Klettenhöfle, Haus. 5 Einw., u. Klingen, Weiler, 53 Einw., v. Liemannsklinge, Weiler. 31 Einw., w. Lutzensägmühle, Weiler, 42 Einw., x. Neuhaus, Weiler, 13 Einw., y. Ober-Schafscheuer, Haus, 9 Einw., z. Sauerhöfle, Weiler, 27 Einw. aa. Schwammhof, Weiler, 36 Einw , bb. Siegelsberg, Weiler, 183 Einw., cc. Steinberg, Weiler, 294 Einw., dd. Streitweiler, Haus, – Einw , ee. Unter-Schafscheuer, Hof, 12 Einw., ff. Vordermurrhärle, Weiler, 41 Einw., gg. Vorderwestermurr, Weiler, 146 Einw., hh. Walkmühle, Haus, 15 Einw., ii. Walk-Sägmühle, Haus, 10 Einw., kk. Waltersberg, Weiler. 72 Einw., ll. Wolkenhof, Weiler, 31 Einw. – Ev. Pfarrei; die Kath. sind nach Oppenweiler eingepfarrt. Die ev. Einw. der Parzellen b. d. f – u. und w. – hh sind nach Murrhardt, die von Parz. e. nach Grab und die von Parz c. und v. nach Sulzbach eingepfarrt. 4 Stunden nordöstlich von der Oberamtsstadt gelegen.

Murrhardt war bis zum Jahr 1806 der Sitz eines Oberamts und bis 1838 der eines Kameralamts; gegenwärtig befindet sich daselbst ein Revieramt, ein Amtsnotariat, ein Postamt, ein prakticirender Arzt und eine altberechtigte Apotheke.

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Das Wappen der Stadt war das des Klosters, ein aufrecht stehender Abtsstab; so erscheint es auf einem Siegel mit der Umschrift: S. Civium in Murhard im Jahr 1389. In der Abbildung bei Fromann ist der Abtsstab gelb, an ihm hängt eine weiße Fahne, der Schild ist schwarz. In einem Siegel von 1572 erblickt man in dem deutschen Schild allein den Abtsstab ohne Fahne und als Schildhalter zwei Wölfe mit der Umschrift: Sigill der Stadt Murhart. Im jetzigen Stadtschultheißenamts-Siegel halten diese zwei Wölfe innerhalb des getrennten Schildes einen Tannenbaum, der an die Stelle des Abtsstabs erst in neuester Zeit getreten zu sein scheint (s. auch Württ. Jahrbücher, Jahrg. 1854, Heft II. S. 152 und Jahrg. 1855, Heft II. S. 204).

Von seltener Anmuth und von holder Stille, den Wanderer mit hohem Frieden erfüllend, ist die Murrhardter Gegend. Am schönsten wohl, wenn man westwärts das Murrthal hinabblickt, in das Berge um Berge sanftgerundet herantreten, meist von dunkler Waldung bekrönt und an den grünen Gehängen von kleinen zwischen Obstbäumen versteckten Gehöften besetzt; weithin dehnt sich so das liebliche Thal und schließt erst in blauender Ferne mit dem tief ins


  1. Sehr reichhaltige Beiträge lieferte Stiftungspfleger Nägele in Murrhardt.
Empfohlene Zitierweise:
Karl Eduard Paulus: Beschreibung des Oberamts Backnang. H. Lindemann, Stuttgart, Stuttgart 1871, Seite 215. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:OABacknang.djvu/215&oldid=- (Version vom 1.8.2018)