Seite:OABacknang.djvu/287

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durch folgende Brunnen: in Rohrbach zwei laufende und ein Ziehbrunnen; in Schiffrain zwei laufende; in Dauernberg ein laufender und zwei Ziehbrunnen; in Bernhalden ein laufender; in Ellenweiler ein laufender; in Reichenbach 5 Ziehbrunnen; in Reutenhof zwei Ziehbrunnen; in Aichelbach ein laufender und 5 Ziehbrunnen; in Zell zwei laufende und vier Ziehbrunnen. Wasserleitungen haben Schiffrain, Bernhalden, Ellenweiler und Zell. Auch die Markung ist mit Ausnahme von Reichenberg, Schiffrain und Dauernberg reich an Quellen, welche, ausgenommen die im Murrthale, sehr gutes, reines Wasser führen. Die bedeutendsten Quellen sind in Rohrbach der Bronnreinbrunnen, in Schiffrain die Kohlwasenquelle, neuerdings gefaßt und dem Ort zugeleitet; in Dauernberg der Dieselbaurenbrunnen, die hier einzige sparliche, hartes Wasser liefernde Quelle, die auf Lette entspringt und öfters versiegt; in Bernhalden die sehr gute und sehr reichliche Winterlauterquelle, die der Mühle zugeleitet ist; in Ellenweiler der Klingenwiesenbrunnen, in Reichenbach der Beerwiesenbrunnen, in Reutenhof der Hofbrunnen, in Aichelbach der Ortsbrunnen, in Zell der Wiesenbrunnen.

Über die Markung fließen die Murr, der Frauenklingenbach, der Buffenbach, der Reichenbach, der Rohrbach mit dem Hirtenbach, der Siebersbach, die Sommer- und Winterlauter; beide letztern, sowie die Murr haben starke Wasserkräfte; von der Sommerlauter wurde 1834–36 mit einem Aufwand von 1000 fl. ein Kanal in die Winterlauter geführt, um beide vereint auf die Bernhalder Mühle zu leiten. Auf dem oberen Dorf Reichenberg, auf Schiffrain, Dauernberg und Rohrbach sind künstliche Weiher, sog. Feuerseen angelegt. Früher waren zwei je fünf Morgen große Seen in Rohrbach und am Mutterort; jetzt sind sie in Wiesengrund verwandelt.

Die Gesamtmarkung wird berührt von der Staatsstraße von Backnang nach Sulzbach und von der von Sulzbach nach Löwenstein. Vicinalstraßen bestehen keine, doch sind die verschiedenen Bergörtchen durch fahrbare Wege mit einander verbunden. In den Ortschaften selbst befinden sich nur kleine hölzerne Bachbrücken, bei Reichenbach geht eine größere hölzerne und in Zell eine größere steinerne gewölbte Brücke über die Murr; die Unterhaltung liegt den betreffenden Gemeinden ob.

Die Einwohner, bei denen sich nicht selten Spuren von Kretinismus zeigen, sind im allgemeinen fleißig, eingezogen und vielfach schwärmerisch religiös; in Dauernberg gehört die Mehrzahl zu den Menoniten. Ihre Haupterwerbsmittel sind Feldbau und Viehzucht, dann Holzhauerei, womit die ärmere Klasse jährlich 1500–2000 fl. verdient; auch die Weberei wird vom Mittel- und Armenstand ziemlich ausgedehnt betrieben und viel Tuch nach außen abgesetzt.

Zwei Getreidemühlen mit je drei Mahlgängen und einem Gerbgang,

Empfohlene Zitierweise:
Karl Eduard Paulus: Beschreibung des Oberamts Backnang. H. Lindemann, Stuttgart, Stuttgart 1871, Seite 287. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:OABacknang.djvu/287&oldid=- (Version vom 1.8.2018)