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Ritter Gilgen von Lorch.

Nördlich vom Niederwald und von Asmannshausen mündet auf dem rechten Rheinufer die Wisper. An ihrer Mündung liegt Lorch und noch etwas nördlich davon Lorchhausen. Ehe die Wisper nach Lorch gelangt, bildet sie einen Winkel nach Süden zu. Der östliche Schenkel desselben erreicht den nördlichsten Punkt, zu dem die Wisper überhaupt gelangt. Hier lag die Burg Rheinberg, die aber doch nur wenig oder gar nicht über die Lage von Lorch nach Norden zu hinausreicht, grade Lorch gegenüber. Zwischen den Rittern von Lorch und von Rheinberg, das trotz seines Namens in einiger Entfernung vom Rheine liegt, fand dann auch einst ein Kampf auf Leben und Tod statt. Der Sage nach vermochte nur einer der Ritter aus diesem Kampfe Leben und Seligkeit zu retten.

Durch die Reden des heiligen Bernhard von Clairvaux, dem mancher andere beredte Mund nacheiferte, war auch der Ritter Gilgen von Lorch bewogen worden, sich ein Kreuz auf seinen Mantel heften zu lassen und an dem Kreuzzuge teilzunehmen. Zwar suchte ihn seine Braut, welche mit ihren alten Eltern fast ohne Schutz auf einer dritten Burg im Wisperthale,

Empfohlene Zitierweise:
Heinrich Pröhle: Rheinlands schönste Sagen und Geschichten. Tonger & Greven, Berlin 1886, Seite 100. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Proehle_Rheinlands_Sagen_und_Geschichten.djvu/110&oldid=- (Version vom 1.8.2018)