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Siebentes Buch.
Vom Veredeln und Verschönern der Liebe überhaupt.


Erstes Kapitel.
Einleitung.

Ihr, die ihr mir bis jetzt in meinen Untersuchungen über die Liebe gefolgt seyd, erntet nun die Frucht eurer Aufmerksamkeit und eurer Geduld ein! Ihr werdet nicht weiter Gefahr laufen, Gefühle und Empfindungen veredeln zu wollen, die der Liebe nicht gehören, oder sie mit Reitzen zu schmücken, die mit ihrem Wesen streiten.

Aber fern von uns sey auch der Irrthum, daß die Liebe bereits an und für sich selbst und unbedingt Anspruch auf unsere Schätzung, und sogar auf unsere Verehrung habe! In unzähligen Fällen ist diese Liebe nichts als gefährliche Schwäche, die Quelle unendlicher Leiden, das Verderben des Körpers und der Seele.

Aber gesetzt, sie erscheint auch nicht in diesem gehässigen Lichte; welcher Adel, welche Schönheit, welche Vollkommenheit, kann darin liegen, einem unwillkührlichen