Seite:Ramdohr-Venus Urania-Band 3.1.djvu/328

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

Seiten eines Mädchens geführt, das zur Classe der Matronen gehörte!

Ungeachtet der Einfachheit des Plans kann die Ausführung doch Bilder der Vollständigkeit und der Vollendung herbeyführen. Alle Auftritte, die sich in der Situation eines glücklich, aber heimlich liebenden Paars denken lassen, und Gelegenheit zu Ausbrüchen lebhafterer Gefühle geben, finden wir hier genutzt. Verdeckte Wünsche, dem Geliebten zu gefallen, und ihn ungestört zu sehen; [1] Festliche Tage in dem Lebenslaufe der beyden Verbündeten: [2] Gefahren, denen sich der Jüngling aussetzt; [3] Krankheit des Mädchens: [4] Empfindungen nach dem Momente des unnennbaren Genusses: [5] Störung in der Hoffnung, sich zu sehen: [6] unverhoffte Wiedervereinigung: [7] Furcht vor Untreue, [8] und vor Gleichgültigkeit: [9] endlich Reue über eine[WS 1] angenommene Sprödigkeit; [10] das sind die Veranlassungen zu Empfindungen, die an innerm Gehalt wahre Liebe, an äußerer[WS 2] Form echte Schönheit zeigen.

An moralische Veredlung der Liebe ist auch bey unserer Sulpicia nicht zu denken. Hin und wieder werden sogar die Forderungen, die wir an Reinheit und Züchtigkeit des weiblichen Herzens zu machen berechtigt sind, offenbar beleidigt. [11] Dagegen aber zeigt sich


  1. Carm. VI.
  2. Carm. II. und V.
  3. Carm. III.
  4. Carm. IV.
  5. Carm. VII.
  6. Carm. VIII.
  7. Carm. IX.
  8. Carm. X.
  9. Carm. XI.
  10. Carm. XII.
  11. Carm. VII.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: endlich über eine (siehe Verbesserungen)
  2. Vorlage: äusterer