Seite:Ramdohr-Venus Urania-Band 3.2.djvu/184

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Vito di Gozze [1] Agnolo Firenzuola, [2] und Zoppio in seinem Psafone. [3]

Augustinus Niphus [4] hat dagegen mehr Eigenthümliches. Er verwirft alle früheren Definitionen von der Liebe. „Eine allgemeine Definition, sagt er, kann davon nicht gegeben werden. Aber die Geschlechtsliebe (Kupido) ist Begierde nach Begattung mit dem Geliebten oder der Geliebten. Dieser Umstand, daß das begehrte Wesen geliebt werden muß, unterscheidet die Liebe von dem Begattungsinstinkt der Thiere. Der Mensch wählt; der Mensch erkennt das Schöne. Geliebt ist derjenige Mensch zu nennen, den wir vermöge der Schönheit seines Körpers und seiner Seele mit allen Sinnen zu genießen wünschen. Die Vollkommenheit dieser Liebe besteht in dem Streben der Seele, in den Körper des Geliebten überzugehen, und sich endlich selbst in ihn zu verwandeln. Dazu wird Gegenliebe erfordert. Das sicherste Zeichen


  1. Dialogo della Bellezza, detto Antos, secondo la Mente di Platone. In Venezia 1581.
  2. Prose di M. Agnolo Firenzuola Fiorentino[WS 1] 1552. In Firenza.
  3. Psafone Trattato d’Amore del Melchiore Zoppio. In Bologna 1590. Eine vermehrte Auflage ist 1627 herausgekommen. Psafone ist ein afrikanischer Prinz, der in den Gärten der Hesperiden lebt, um göttliche Ehre zu erlangen, mehrere Vögel abrichtet: il Gran Psafone zu rufen, und durch diese nachher seinen Ruf in der ganzen Welt ausbreiten läßt. Dieser Psafone ist Amor. Eine erbärmliche Allegorie!
  4. Augustini Niphi Medici de pulcro et amore Libri II. Lugduni 1549. eine zweyte Ausgabe ist von 1641.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Fiorentnio