Seite:Rußland wie es wirklich ist.djvu/010

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das größte dieser Hindernisse ist ohne Zweifel Polen, ist der verzweifelte Widerstand dieses heldenmüthigen Volkes, das uns rettet, indem es uns bekämpft. (Rauschender Beifall.)

Ja, weil Sie die Feinde des Kaisers Nicolas sind, die Feinde des offiziellen Rußlands, deßhalb sind Sie von selbst, auch ohne es zu wollen, die Freunde des russischen Volks. (Beifall.)

Ich weiß, man glaubt in der Regel in Europa, daß wir mit unserer Regierung ein untrennbares Ganze bilden, daß wir uns unter Nicolas’ Herrschaft sehr glücklich fühlen, daß er und sein System, das System der Unterdrückung im Innern und der gewaltsamen Eroberung nach Außen, der vollkommene Ausdruck unseres Volksgeistes sind.

So ist es nicht.

Nein, meine Herren, das russische Volk fühlt sich nicht glücklich! Ich sage es mit Freude, mit Stolz. Könnte es glücklich sein in dem Zustande der Erniedrigung, in den es versenkt ist, dann wäre es das feigherzigste und verächtlichste Volk von der Welt. Auch über uns herrscht ein fremder Arm, ein Fürst deutschen Ursprungs, der nie die Bedürfnisse und den Charakter des russischen Volks verstehen wird, und dessen Herrschaft, ein seltsames Gemisch von Mongolischer Rohheit und Preußischem Kopfthum, das nationale Element vollständig ausschließt, so daß wir, aller politischen Rechte beraubt, selbst nicht einmal jene natürliche, oder, um mich so auszudrücken, patriarchalische Freiheit haben, deren die uncivilisirtesten Völker genießen, jene Freiheit, die dem Menschen wenigstens gestattet, mit seinem Herzen in der Heimath zu ruhen und sich ganz seinen Naturtrieben zu überlassen. Nein, wir haben

Empfohlene Zitierweise:
Michail Alexandrowitsch Bakunin: Rußland wie es wirklich ist!. Verlag von Heinrich Hoff , Mannheim 1848, Seite 9. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Ru%C3%9Fland_wie_es_wirklich_ist.djvu/010&oldid=3386615 (Version vom 1.8.2018)