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Wie oben gesagt, weisen einige Stücke, wie namentlich das breit orale Metastoma (T. IV, F. 8) und das nach vorn stark verschmälerte grosse Schwanzschild (T. VI, F. 3) noch auf eine vierte Art innerhalb der oben angenommenen Gruppe von Pterygotus-Arten (mit 2 lappigem) Schwanzschild hin, doch können wir wie gesagt einstweilen noch nichts genaueres darüber mittheilen.

Auf die Maasse des ganzen Thiers genauer einzugehn, lohnt sich nicht, da wir keine einigermaassen vollständigen Exemplare besitzen. Da die Gesammtform dem wohlbekannten P. bilobus so ziemlich zu entsprechen scheint, so können wir uns nach den einzelnen erhaltenen Theilen durch Vergleichung eine ungefähre Vorstellung von den Dimensionen des ganzen Thiers machen, wonach sich für unsre grössten Exemplare eine Länge von ca. 750 mm. oder 21/2 Fuss ergiebt, die mit den Dimensionen des P. gigas gut übereinstimmt, die des P. bilobus aber bedeutend übertrifft.


III. Gen. Ceratiocaris M. Coy.

Bei den früher besprochenen Crustaceen der Eurypterusschichten habe ich zunächst die Familie besprochen, der sie angehören und bin erst dann zu den einzelnen Gattungen übergegangen. Bei der jetzt zu erwähnenden Gattung Ceratiocaris begnüge ich mich mit der Gattungsangabe, da ihre systematische Stellung noch nicht feststeht und mein Material, darüber auch keine neue Auskunft giebt. H. Woodward, der sich viel mit unsrer, namentlich im Obersilur sehr formenreichen, Gattung beschäftigt hat, rechnet sie noch in seiner letzten einschlägigen Publication, dem «Catalogue of british fossil Crustacea» London 1877 p. 70, zu den Phyllopoden. Dagegen hat nun Gerstäcker (Klassen und Ordnungen des Thierreichs Bd. 5, 1te Abth. p. 1067) sich sehr bestimmt dagegen ausgesprochen, und sich auf die dreistrahlige Schwanzflosse stützend, Beziehungen zu den Decapoden angedeutet. Da der letztere Umstand allerdings sehr ins Gewicht fällt, andrerseits aber die richtige systematische Stellung unsrer Gattung doch noch zweifelhaft bleibt und wie gesagt mein Material in keiner Weise neue Gesichtspunkte für die Kenntniss der Organisation unsrer Gattung liefert, so begnüge ich mich damit die Species zu beschreiben, zu der unsre wenigen Ceratiocaris-Reste gehören. Es sind im Ganzen ein paar Schwanzstacheln, von denen einer vollständig, dreistrahlig, gefunden ist, und ein einziges nicht ganz vollständiges Rückenschild. Ich nenne die Art dem Entdecker (s. d. Vorwort) des letztern zu Ehren Ceratiocaris Nötlingi. Sie ist zugleich der erste Vertreter unsrer Gattung in Russland. In England führt Woodward (l. c.) 18 Arten an, die vom Unter-Silur bis zum Carbon reichen. Dem Obersilur gehören davon 12 Arten an. Aus Amerika führt Hall in Palaeontology of New York III, p. 421’–423’ (T. 84, 80a, F. 10) 3 Arten an, die aus dem nämlichen Niveau, der Waterlime group, wie die Eurypteren stammen.


Empfohlene Zitierweise:
Friedrich Schmidt: Miscellanea silurica III. , St. Petersburg 1883, Seite 83. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Schmidt_Miscellanea_Silurica_III.djvu/87&oldid=- (Version vom 1.8.2018)