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 ’s Parabli.

A Bauer guckt sich Schtuegert a,
Schtolz fahrt er en d’r Schtroßabah,
Er kommt net aus em Schtauna raus,
So schee ond groß isch Haus an Haus.

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Des lohnt sich scho, potz sappermoscht,

Wo d’ Fahrt jo bloß zeah Pfenneng koscht!

Sein Schirm, den loihnt der gute Ma
Dicht neba sich so ogschickt na,
Daß d’ Schbitza, wia’s mitonter goht,

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Em Laufgang mittla drenna schtoht.

Er merkt’s net, – d’ Schtadt isch halt so schee, –
Uf oimol, boms! – d’r Schirm isch he!

A Herr, der naus zom Waga will,
(Der Waga schtoht no net ganz schtill)

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Der kriagt en Schucker, fliagt fascht na,

Ond tritt dem guate Baurama
Mit ama: „Ach, verzeihen Sie“,
Sei ganza Schbitz vom Parabli! –

Der Herr, ganz en Verlegaheit,

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Secht: „Ach, es tut mir wirklich leid,

Was ist zu machen, hin ist hin,
Was kost’t der Schirm, ich zahle ihn!“ –
Do aber guckt der Baurama
Den Herra ond sei Schirmle a:

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„Wa zahla,“ secht der Bauer, „noi,

I be vorher a bisle kloi,
Was brauch denn i a Schbitza dra,
Descht ebbes fir en große Ma.“ –
Er schtoßt sei Schirmle uf ond lacht,

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„Jetzt baßts, wia extra fir mi g’macht!“

 

Empfohlene Zitierweise:
Otto Keller: Schnitz ond Zwetschga!. Julius E. G. Wegner, Stuttgart 1917, Seite 13. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Schnitz_ond_Zwetschga_(Otto_Keller).pdf/17&oldid=- (Version vom 1.8.2018)