Seite:Sponsel Grünes Gewölbe Band 1.pdf/10

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Plastik mit der fortschreitenden Entwicklung der photomechanischen Vervielfältigungsverfahren durch stetig verbesserte Abbildungen überallhin bekanntgegeben wurden, sind ihnen darin die Sammlungen von Werken unseres Kunsthandwerks nur langsam nachgefolgt. So war es auch mit dem Grünen Gewölbe. Seitdem im Jahr 1877 eine unvollkommene Auswahl seiner Werke in beschränkter Auflage und ohne die ergänzende Beschreibung in Lichtdrucken erschienen war, die längst vergriffen ist, geschah nichts, was ermöglicht hätte, seine besten Werke in getreuen und womöglich farbigen Abbildungen zu genießen, diese mit anderen Werken zu vergleichen, nach Bedarf immer wieder sich vor Augen zu stellen und so deren Kenntnis zu vertiefen. Das soll durch die vorliegende Veröffentlichung jetzt möglich gemacht werden. Sie wird, so hoffen wir, nicht nur dem Kunstfreund den ganzen Reichtum ihres künstlerischen Inhalts offenbaren, sondern auch dem Kunstforscher, dem Museumsleiter, dem Sammler, dem Händler vielerlei Aufschlüsse und Studienmittel gewähren, nicht zuletzt aber auch dem Kunsthandwerker Beispiele der besten Kunstleistungen früherer Zeiten ihrer Blüte zur Anregung darbieten.

Der Besucher des Grünen Gewölbes genießt die einzelnen Werke des Kunsthandwerks im Durchwandern der verschiedenen Räume in ihrer wechselnden, in der Zeit Augusts des Starken entstandenen Ausstattung in deren Zusammenklang mit anderen zu Gruppen vereinigten Gegenständen. Das so gewonnene Bild wird den Gesamteindruck glänzender Repräsentation der Barockzeit hinterlassen. In der vorliegenden Veröffentlichung soll kein Versuch gemacht werden, dieses Zusammenwirken einer künstlerischen Ausstattung der Räume mit der dekorativen Aufstellung der einzelnen nach Entstehungszeit, Material, Erfindung oder Bearbeitung vereinigten Stücke festzuhalten. Vielmehr soll jedes einzelne Werk zu genauer Betrachtung vorgestellt werden. Schon vor der Erneuerung des Grünen Gewölbes haben diese Werke ihren Standort mehrfach gewechselt und sie werden wohl auch in Zukunft nicht alle dauernd an derselben Stelle bleiben. Nach der früheren Aufstellung ist jedes Stück mit einer Inventarnummer versehen, dessen lateinische Zahl den Raum bezeichnet, in dem es bei Abfassung des letzten Inventars zu Ende der 80er Jahre aufgestellt war. Diese Inventarnummern sind von mir beibehalten worden und nach diesen ist jedes Stück auch jederzeit, unabhängig davon, in welchem Raum es heute oder später zu finden ist, zu identifizieren. Am Schluß der Beschreibung jedes Stücks ist nach den Angaben seiner Größenmaße darum diese Inventarnummer