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Skandinavien: No. I. Staaten und Fahrten der Normannen vom VIII. bis ins XII. Jahrhundert. – Nebenkarten: 1. Vinland. – 2. Eystribygd. – 3. Island. – 4. Fareyjar, Hjaltland und Orneyjar. Von Th. Menke.

Das Blatt giebt eine Uebersicht des weiten Verbreitungsgebietes der skandinavischen Völker und lässt mit Einem Blicke das ganze Terrain überschauen, auf dem einst diese Herren des Meeres im frühen Mittelalter ihre Thätigkeit entwickelten.

Nur skandinavische Namen, sowie einige lateinische der Quellenschriften sind gesetzt. Ausgeschlossen sind die angelsächsischen bei Aelfred.

Von den für diese und die folgenden Nummern benutzten Quellen und Hülfsmitteln sind ausser Dahlmann und Geijer-Carlson hervorzuheben: Adamus Bremensis, Saxo Grammaticus nebst der Dahlmann’schen Abhandlung über denselben, Langebek’s Scriptores, Liljegren’s Diplomatarium Suecanum, das Diplomatarium Arna-Magnaeanum, das Diarium Vazstenense, die Scripta Islandorum, das Isländerbuch des Priesters Are, die Reisen Other’s, Wulfstan’s und Sigurd’s, die Fareyinga Saga, die Antiquitates Americane, Rafn’s Memoirs über die amerikanischen Entdeckungen der Normannen, Petersen’s Aufsatz über die Züge der Normannen nach dem Wendenlande, Lehrberg’s Untersuchungen und die historischen Karten von Wiberg, Mentzer und Munthe, sowie die früheren Ausgaben dieses Werkes.

Die interessanten Tragestellen (Woloks) auf der Varäger-Route zwischen dem Newa- und Dnjepr - Gebiete sind mit Benutzung der Piadyszew’schen Karte nach den Mittheilungen eingetragen, die mir die Sachkunde und Güte Herrn Spörer’s aus Ssolowjoff’s Geschichte Russlands seit den ältesten Zeiten, Band I, Moskau 1851 (russisch geschrieben), darüber machte. Leider erwies sich die russische Generalstabskarte über die betreffende Partie nicht hinlänglich genau, um nach ihr eine Nebenkarte herzustellen, die ein geeignetes Seitenstück zu der Darstellung der Dnjepr-Porogen auf No. 63 dieses Atlas gewesen wäre.


Skandinavien: No. II. Skandinavien bis zur Calmarischen Union. – Nebenkarten: 1. Umgegend von Nidaros. – 2. Suithiod und Gauthiod. – 3. Dänemark. Von Th. Menke.

Ueber die Anfänge der skandinavischen Geschichte vergl. die Erläuterungen zur Section „Europa“.

Dänemark hatte unter Waldemar dem Sieger am Anfange des XIII. Jahrhunderts sein bedeutendstes Landgebiet, indem dieser König 1205 bis 1219 einen Theil von Esthland eroberte, 1210 den Herzog von Pommern zinsbar machte und 1214 dieses Land nebst Slavien vom Kaiser Friedrich II. zu Lehen erhielt. 1219 aber wurde die Westküste von Schleswig, d. i. der grösste Theil von Westfolden oder Nordfriesland, von den Wellen verschlungen und 1223 von dem unbedeutenden Grafen von Schwerin dem kurzen Glanze ein Ende gemacht. Dieser, von Waldemar, seinem Lehnsherrn, bedrückt, nahm ihn nebst seinem Sohne auf der kleinen Insel Ly zwischen Alsen und Fyen gefangen, und Slavien, Pommern und Holstein gingen verloren. Von nun an begannen stete innere Kämpfe; 1325 kam auch Rügen als dänisches Lehen an Pommern; 1347 wurde Esthland dem Deutschen Orden verkauft.

In Schweden errang 1252 das mächtige Haus der Folkunger die Herrschaft.

Den Thron von Norwegen hatten seit Harald Harfagr’s Zeiten dessen Nachkommen im Besitz, bis 1319 das Geschlecht mit Hakon V. erlosch und die Krone auf den Schwiegersohn desselben, Magnus II. von Schweden, überging. Dessen Sohn Hakon, erster Gemal der Margaretha von Dänemark, erbte sie, und so kam Norwegen, nachdem Olav, Margaretha’s Sohn, 1387 gestorben war, unter Eine Krone mit Dänemark.

Im Jahre 1397 kam die Vereinigung der drei nordischen Reiche, die bekannte Calmarische Union, zu Stande.


Skandinavien: No. III. Skandinavien nach seiner kirchlichen Eintheilung vom XII. Jahrhundert bis zur Reformation. – Nebenkarten: 1. Erzbisthum Hamburg-Bremen mit seinen Suffraganen bis gegen Ende des XI. Jahrhunderts. – 2. Dänische Bisthümer seit dem XII. Jahrhundert. – 3. Schwedische Bisthümer seit dem XII. Jahrhundert. Von Th. Menke.

Hauptkarte und die Nebenkarten 2. 3 nach den zu No. I aufgeführten Quellen und Hülfsmitteln, unter denen Munthe und Wiberg hervorzuheben sind, entworfen, die Nebenkarte No. 1 nach dem für die Kirchengeographie Deutschlands im Mittelalter zusammengestellten Material. Archidiaconatsregister der skandinavischen Diöcesen lagen nicht vor.


Skandinavien: No. IV. Skandinavien seit der Calmarischen Union. – Nebenkarten: 1. Skandinavien 1397–1520. – 2. Skandinavien 1520–1648. – 3. Skandinavien nach dem Westphälischen Frieden 1648. – 4. Skandinavien nach dem Roeskilder Frieden 1658. – 5. Skandinavien 1721–1808. – 6. Skandinavien 1815–1864. – 7. Die dänischen Inseln. – 8. Stockholm um das Jahr 1500. – 9. Umgegend von Stockholm. Von Th. Menke.

Norwegen blieb bis 1814 mit Dänemark vereinigt.

Schweden sagte sich unter Gustav Wasa, der sich gegen die Tyrannei Christian’s II. von Dänemark erhob,

Empfohlene Zitierweise:
Theodor Menke, Karl Spruner von Merz u. A.: Hand-Atlas für die Geschichte des Mittelalters und der neueren Zeit . Justus Perthes, Gotha 1880, Seite 11. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Spruner-Menke_Handatlas_1880_Text.pdf/23&oldid=- (Version vom 28.11.2016)