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Frankreich No. 1. Frankreich vom Anfange des X. Jahrhunderts bis 1180. Mst. 1 : 3 700 000. – Nebenkarten: 1) Normannia und die benachbarten Gaue. Mst. 1 : 1 850 000. 2) Nordöstliches Francien. Mst. 1 : 1 850 000. 3) Paris am Anfange des XII.Jahrhunderts. Mst. 1 : 47 000. 4) Gallia nach Richer. Mst. 1 : 22 200 000. 5) Tarascon und Umgegend. Mst. 1 : 1 850 000. Von Dr. Theodor Menke.

Über einen Theil der Vorarbeiten zu dieser Karte habe ich mich bereits zu Merovinger – Karolinger No. I ausgesprochen. Die Aufenthaltsorte der Könige sind nach eigenen Vorarbeiten, die der Päbste nach Jaffé berücksichtigt.

Die Nebenkarte „Paris“ ist der früheren Auflage entlehnt.


Frankreich No. VII. 1) Frankreich von 1815 bis 1871. Mst. 1 : 6 000 000. 2) Paris und Umgegend. Mst. 1 : 150 000. 3) Der Kriegsschauplatz von der Schlacht bei Sedan, 1. Sept. 1870 bis zum Frankfurter Frieden, 10. Mai[1] 1871. Mst. 1 : 1 500 000. 4) Algerien seit 1830. Mst. 1 : 7 500 000. 5) Die französischen Erwerbungen in Hinter-Indien 1862 und 1867. Mst. 1 : 25 000 000. 6) Übersicht der französischen Colonien in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Mercator’s-Projection. Von B. Hassenstein.

Die Karte ist erst in Folge der Ereignisse von 1870 und 1871 dem ursprünglichen Entwurf des Atlas beigefügt worden und bezieht sich, wie die Überschriften zeigen, auch hauptsächlich auf die Periode, welche dem Sturz der Napoleonischen Dynastie kurz vorausgeht. Der Maassstab der Übersichtskarte für die ganze Zeitepoche seit 1815 konnte, verglichen mit den Maassstäben der bisherigen Hauptkarten dieser Section, sehr klein gewählt werden, denn sowohl während der Restaurationsperiode 1815–1830, und der Regentschaft des Hauses Orléans 1831–1848, wie auch während der Republik von 1848 und dem Kaiserreich spielt sich die Geschichte Frankreichs fast ausschliesslich in der Hauptstadt des Landes ab; die historische Nomenklatur, wie sie sich aus der Lektüre irgend eines Werkes über die neueste Geschichte von Frankreich – wir benutzten beispielsweise die von Rochau – ergiebt, beschränkt sich desshalb auf nur wenige kleinere Orte und Schlösser, ausser den Namen der Departements und ihrer Hauptstädte. Die neuen Erwerbungen, Nizza und Savoyen, sind durch halbes Colorit und durch Angabe des Erwerbsdatums von 1860, von den älteren Departements unterschieden. Die Eisenbahnen zerfallen ihrer Signatur nach in solche, die vor 1852, und solche, die seitdem bis zum Ausbruch des deutsch-französischen Krieges eröffnet waren.

Der Plan von Paris und seiner Umgegend ist im Wesentlichen derselbe wie in C. Vogel’s vierblättriger Karte von Frankreich (Stieler’s Handatlas Nos. 34–37), jedoch mit bedeutender Ausdehnung nach allen Seiten – im Westen bis zum Schloss von Versailles, im Osten bis Noisy-le-Grand –, um den militärischen Operationen Rechnung zu tragen, welche während der denkwürdigen Cernirung durch die deutschen Truppen hier ihren Schauplatz hatten. Bei der durch den kleinen Maassstab nothwendig beschränkten Auswahl der Nomenklatur für die innere Stadt ist auf die während des Commune-Aufstandes wichtig gewordenen Gebäude besonders Rücksicht genommen.

Zur Verfolgung des Kampfes mit der Republik nach der Vernichtung der grossen französischen Armeen, zur Übersicht des Operationsfeldes der Loire- und der Nord-Armee, sowie des Werder’schen Zuges bis Dijon, dient der grössere Carton. Er giebt alle nur irgendwie wichtig gewordenen Gefechtsplätze, Chausseen, Wälder &c. Die Bücher von W. Blume und Graf Wartensleben, sowie Fontane’s schönes Werk, sind dabei besonders berücksichtigt worden.

Die drei übrigen Cartons sind ausschliesslich dem Colonialbesitz Frankreichs und seiner Geschichte gewidmet, indem in möglichst übersichtlicher Weise den Orten in Algier die Eroberungsdaten seit 1830, den überseeischen Colonien die Erwerbsdaten seit dem 17. Jahrhundert beigesetzt wurden. Als Quellen dienten dabei Louis Piesse: Itinéraire historique et descriptif de l’Algerie; Vivien de St.-Martin: Année géographique; Behm’s Jahrbuch u. A.


ORIENT No. V. Patriarchate von Constantinopel, Antiochia, Jerusalem in der zweiten Hälfte des XI. Jahrhunderts. Mst. 1 : 7 500 000. – Nebenkarten: 1) Patriarchate Rom und Constantinopel 334. Mst. 1 : 45 000 000. 2) Kirchliche Eintheilung des oströmischen Reichs nach Justinian’s Verordnungen. Mst. 1 : 15 000 000. 3) Lateinische Kirche im Orient zur Zeit der Kreuzzüge. Mst. 1 : 15 000 000. 4) Terra sancta zur Zeit der Kreuzzüge. Mst. 1 : 3 000 000. 5) Cypern im Jahre 1260. Mst. 1 : 7 500 000. 6) Griechische Kirche, westlicher Theil um 1320. Mst. 1 : 15 000 000. 7) Diöcese des Patriarchats von Constantinopel in Russland. Mst. 1 : 21 700 000. 8) Klöster auf Athos. Von Dr. Theodor Menke.

Zu dem in vieler Hinsicht veralteten Buche Le Quien’s über den christlichen Orient bieten die von Zachariae von Lingenthal, Miklosich, Müller und Anderen seit dessen Erscheinen veröffentlichten Urkunden, Parthey’s Ausgabe der Notitiae ecclesiarum, sowie Zachariae von Lingenthal’s Erörterungen sehr willkommene Ergänzungen.

Leider hat Parthey sich weder über die Zeit der Abfassung der einzelnen Notitiae, noch über die geographische Identification der zahlreichen Namen ausgelassen[2], und der Bearbeiter der Karte musste sich daher ohne Beihülfe der Mühe unterziehen, sich darüber klar zu machen.

Für die Hauptkarte ist Not. 2 die wichtigste. Sie wird zwar von der griechischen Überschrift dem Kaiser Leo (886–911) zugeschrieben, ist aber, wie aus ihrem Inhalte hervorgeht, zwischen 1084 und 1140 verfasst. Sie enthält nur die Metropolen und Archiepiscopate. Ein aus dem XI. Jahrhundert herrührendes genaues Verzeichniss der Bisthümer existiert nicht.

Die Autokephalie von Hagion oros erhellt aus einer von Zachariae von Lingenthal veröffentlichten Urkunde.

Belesbudium ist nach einem vom Herrn Verf. mir gütigst mitgetheilten handschriftlichen Memoir des Hrn. General-Consuls Blau, das vielfach für diese Karte benutzt ist, auf der Platte mit Kloster Rilo in der Nähe des Berges Wolewod (Kiepert’s Karte von 1870 nach Visquenel; Barth schreibt Yelewot) identificiert. Diese Ansicht ist


  1. Aus Versehen ist leider bei der Correctur der Karte der Stichfehler: 10. März statt 10. Mai stehen geblieben.
  2. Beiläufig bemerkt, wäre eine Untersuchung des Sachlichen auch der Texteskritik zu Gute gekommen. Parthey hätte dann sicher statt des Bischofs Τουτάρων gesetzt: τοῦ Τάρων.
Empfohlene Zitierweise:
Theodor Menke, Karl Spruner von Merz u. A.: Hand-Atlas für die Geschichte des Mittelalters und der neueren Zeit . Justus Perthes, Gotha 1880, Seite 37. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Spruner-Menke_Handatlas_1880_Text.pdf/49&oldid=- (Version vom 28.11.2016)