Seite:Theodor Storm Sommergeschichten und Lieder.djvu/91

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Meine Mutter hat’s gewollt.


Einige Tage nachher, es ging schon gegen Abend, saß die Familie, wie gewöhnlich um diese Zeit, im Gartensaal zusammen. Die Thüren standen offen; die Sonne war schon hinter den Wäldern jenseit des Sees.

Reinhardt wurde um die Mittheilung einiger Volkslieder gebeten, welche er am Nachmittage von einem auf dem Lande wohnenden Freunde geschickt bekommen hatte. Er ging auf sein Zimmer, und kam gleich darauf mit einer Papierrolle zurück, welche aus einzelnen sauber geschriebenen Blättern zu bestehen schien.

Man setzte sich an den Tisch, Elisabeth an Reinhardts Seite. Wir lesen auf gut Glück; sagte er, ich habe sie selber noch nicht durchgesehen.

Elisabeth rollte das Manuscript auf. Hier sind Noten; sagte sie, das mußt du singen, Reinhardt.

Und dieser las nun zuerst einige Tyroler Schnaderhüpferl, indem er beim Lesen je zuweilen die lustige Melodie mit halber Stimme anklingen ließ. Eine allgemeine Heiterkeit bemächtigte sich der kleinen Gesellschaft. Wer hat doch aber die schönen Lieder gemacht? fragte Elisabeth.

Ei, sagte Erich, das hört man den Dingern schon

Empfohlene Zitierweise:
Theodor Storm: Sommergeschichten und Lieder. Duncker, Berlin 1851, Seite 83. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Theodor_Storm_Sommergeschichten_und_Lieder.djvu/91&oldid=- (Version vom 1.8.2018)