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 Das feste, unwandelbare Zusammenhalten sollte man bei uns nicht vergeblich suchen. Sind wir eine Genossenschaft, so laßt uns auch leben als eine solche.


 Manche streben darnach, sich zurückzuziehen, sich abzusondern, weil das Genossenschaftsleben uns Schranken und Rücksichten auferlegt, die dem alten Menschen nicht gefallen. Ich möchte euch flehentlich bitten, daß ihr euch als ein Ganzes fühlt.


 Unsere Aufgaben, in der Tiefe erfaßt, sind ernst und schwer. Wieviel selbstsüchtiger Genuß wird noch von uns gesucht! Wieviel naschen wir noch herum und probieren, was uns behagen könnte, statt daß wir das ernste Wort in uns aufnehmen: „Wer nicht absagt allem, was er hat, der kann nicht mein Jünger sein.“


 Der Diakonissenberuf beansprucht den ganzen Menschen; er muß die ganze Seele füllen.


 Die Diakonisse sei allezeit Diakonisse, wo immer sie sein mag.


 Werdet rechte „Zentrumsschwestern“, bleibt nicht „peripherische“! Begnügt euch nicht damit, eure Zugehörigkeit zum Mutterhaus durch allerlei Interesse an Tagesneuigkeiten zu bekunden, sondern faßt die Aufgaben in der Tiefe und nehmt die Verantwortung für das Ganze mit rechtem, starkem Mut auf euch!


 Laßt uns durch unser Vorhandensein werben! Laßt uns eine Macht des Guten werden, die ohne Worte unser Geschlecht zur Nachfolge reizt!


Empfohlene Zitierweise:
Therese Stählin: So wir im Lichte wandeln. Verlag der Diakonissenanstalt, Neuendettelsau 1959, Seite 29. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Therese_St%C3%A4hlin_-_So_wir_im_Lichte_wandeln.pdf/33&oldid=2895435 (Version vom 22.8.2016)