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Zimmer, in dem die grüne Jungfer residiren soll. Diese, ein den frühern, dem Glauben an Erscheinungen gewiß mehr ergebenen Bewohnern, schreckliches Schloßgespenst, hat sich jezt schon lange nicht mehr sehen lassen, und selbst Bankau zweifelt an ihrem Daseyn, jedoch nur wit einem bescheidenen Vielleicht. Es ist indessen zu bedauern, dals man sie nicht mehr sieht; denn gerade eine Jungfer von dieser Farbe müßte gewiß etwas sehr merkwürdiges seyn. — Vielleicht hat jene Dame das Schicksal der alten Mauern ihrer Zeitgenossen gehabt, die grünes Moos bedeckte! — um desto mehr Verdienst, demungeachtet ihren ehrwürdigen Tisel immer beybehalten zu haben. Ich übergehe eine Menge Zimmer, deren ganzes Verdienst nur in ihrem Alter besteht. Unter diesen befindet sich ein schr großer langer Saal, in dem ehemals, bevor die lettische Kirche vollendet worden, lettischer Gottesdienst gehalten ward. Selbst in dem Zimmer, welches ich bey meiner Anwesenheit in Dondangen bewohnte, zeige ich Ihnen nichts, als die hohe, mit Öhlgemälden

Empfohlene Zitierweise:
Ulrich von Schlippenbach: Malerische Wanderungen durch Kurland. C. J. G. Hartmann, Riga und Leipzig 1809, Seite 188. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/199&oldid=- (Version vom 6.4.2019)