Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/252

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ehrt, der, wo er die Kanzel betritt, nie eine leere Kirche erblickt, und es durch sein Beyspiel beweist, dals der geistliche Stand den höchsten Grad der Achtung und Ehrerbietung erringen kann, wenn er diese durch That und Lehre zu verdienen weiß und den Himmel, auf den er hinweist, in reiner Seele spiegelt. Von vier verschiedenen Religionen habe ich Zuhörer in Menge um ihn versammelt gesehen, und in dem gerührten Blick eines jeden lag, als er ausgeredet, mit hoher Andacht das Bekenntniß: „wir glauben alle an einen Gott.“ – Eine Kirche, in der ein solcher Mann lehrt, bedarf keines Schmuckes, keiner Merkwürdigkeit. Das Gute, Schöne und Wahre vereint zu finden; ist wahrlich merkwürdig genug, um ein Andenken zu erhalten, wenn es auch gleich nicht an künstlich gefügte Steinmassen gebunden wird.

Das Pastorat hat eine gefällige Lage an einem von hohen Erlen eingefaßten Bache. Der Hof Erwahlen, wo das (jezt nicht bewohnte) Haus eine schöne Lage an dem großen Erwahlenschen See hat, ist eine

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Ulrich von Schlippenbach: Malerische Wanderungen durch Kurland. C. J. G. Hartmann, Riga und Leipzig 1809, Seite 241. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/252&oldid=- (Version vom 14.4.2019)