Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/331

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal korrekturgelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.

ihn noch immer durch die mit weicher, feuchter Erde und nur wenig mit hartem Stein gepflasterten Straßen begleite, Ich will es versuchen, seine Aufmerksamkeit für diesen Samenteich der israelitischen Brut, aus dem hervorgehend sie nach den übrigen Städten hin versetzt werden, auf alle Weise zu gewinnen, und daher stehe hier das Beyspiel einer gewiß seltenen Gerechtigkeitsliebe, die den Beweis liefert, daß man das Gute um des Guten willen thun kann, ohne durch ein andres, als das reine Interesse für die Sache selbst, bestimmt zu werden.

Als Hasenpoth nach seinem Ruin von einer ehemals blühenden Handelsstadt, wie schon oben erzählt ist, zu einem Flecken herabgesunken war, in dem nur wenige Strohhütten wieder aufgebauet worden, hatte dennoch, zugleich mit der Kriminalgerichtsbarkeit der Stadt, auch der Trieb, diese auszuüben, sich in der Brust der Väter derselben erhalten. Allein schon war ein halbes Jahrhundert beynahe verflossen und noch kein bedeutender Exceß vorgefallen, noch stand der, aus dem Ruin, durch seine isolirte Lage,

Empfohlene Zitierweise:
Ulrich von Schlippenbach: Malerische Wanderungen durch Kurland. C. J. G. Hartmann, Riga und Leipzig 1809, Seite 318. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/331&oldid=- (Version vom 28.4.2019)