Seite:Wackernagel Geschichte der Stadt Basel Band 2,1.pdf/164

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Steuer anzuhalten; sodann erinnerte er wieder an die Eidgenossen und die üble Lage seiner Stadt; der König solle bedenken, „was uns daraus entstehen möchte, wenn die Eidgenossen gewahr würden, daß wir Geld wider sie und über sie gesammelt haben.“ Noch im August 1496, bei der Instruktion zum Lindauer Tag, mußte der Rat gestehen, den Reichspfenning noch nicht eingezogen zu haben. Dann bald aber nahm er sich zusammen, organisierte den Steuerbezug, erließ ein Edikt an die Einwohner und Befehle an seine Beamten in der Landschaft. Endlich im Frühjahr 1497 geschah der Einzug, und den Ertrag gab der Rat seinen Gesandten zum Reichstag nach Worms, Andlau und Grieb, mit samt der Weisung, solange als möglich mit der Ablieferung zurückzuhalten. „Ob aber andre Reichsstände ihn überantworten, so sollten sie es auch tun. Doch sich hüten, damit sie nicht die Ersten seien.“ Am 27. Juli 1497 bekannten die Reichsschatzmeister, durch Grieb den Steuerertrag von Basel mit vierhundertfünfundfünfzig Gulden neununddreißig Kreuzern und als Steuer der Universität die Summe von siebzehn und einem halben Gulden empfangen zu haben.


Merkwürdig, wie in der äußern Geschichte Basels jetzt Alles neben diesen Reichsdingen zurücktrat.

Auch der Heitersheimer Handel, so viel er zu reden und zu schreiben gab, war nichts Erhebliches. In seinen Anfängen ein rein persönlicher Zank; denn der freche Angriff auf eine das Land heraufreitende Basler Adelsgesellschaft durch den Johanniterkomtur Rudolf von Werdenberg am 1. Oktober 1489 gehörte zum Streit dieses Werdenbergers mit Hans Heinrich von Baden. Basel wurde jetzt hineingezogen, weil die beiden Bürgermeister unter den Überfallenen gewesen waren; dazu traten Anforderungen, die Werdenberg aus einem beim Niederländer Feldzug 1488 dem Hans Stoßkorb gemachten Darleihen an die Stadt erhob. Es kam zum kriegerischen Ausmarsch Basels und zur Besetzung des Schlosses Heitersheim. Aber das Eingreifen Österreichs brachte den Handel auf die unabsehbare Bahn der Gütlichkeit und des Rechtes, und als dann noch der Johanniterorden als solcher sich durch Basel verletzt fühlte und seine Privilegien geltend machte, war das Geschäft vollends ausgeliefert an die Ungewißheit eines ermüdenden, von Instanz zu Instanz geschleppten Prozesses. Genau zwei Jahre nach dem Überfall, am 30. September 1491, kam ein Vergleich zu Stande, gegen Zahlung einer Entschädigung von sechshundert Gulden durch Basel! Mit welchen Kniffen und Künsten die Gegner der Stadt einen solchen Ausgang bewirken konnten, ist nicht ersichtlich, und es kann nur an persönliche Verhältnisse gedacht werden, nicht allein an

Empfohlene Zitierweise:
Rudolf Wackernagel: Geschichte der Stadt Basel. Zweiten Bandes erster Teil. Helbing & Lichtenhahn, Basel 1911, Seite 143. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Wackernagel_Geschichte_der_Stadt_Basel_Band_2,1.pdf/164&oldid=- (Version vom 28.8.2016)