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einzigen Zunft zusammentraten oder zusammengefaßt wurden und einem einheitlichen Zunftzwang unterlagen. Spätere reichere Zustände führten dann wieder dazu, innerhalb der einen Zunft das einzelne Gewerbe als eingeschlossenes Zunftzwangsgebiet zu behandeln.

Die Notwendigkeit bestand zunächst, die Zahl der Zünfte nicht zu groß zu machen und, einmal gegeben, nicht mehr zu überschreiten. Sodann, ebenfalls aus wirtschaftlichen Gründen sowohl als aus öffentlich rechtlichen, herrschte das Bestreben, womöglich Alles unter die Zunftform zu beugen.

Diesen Forderungen hatten sich die Tatsachen zu bequemen, daß bisher unorganisiert gebliebene Gewerbe einer Ordnung bedurften, daß neue Gewerbe sich bildeten, daß die alten wuchsen, ausgestaltet und spezialisiert wurden. So entstand, nicht auf einen Schlag, sondern im Verlaufe der Zeit, eine zünftige Gliederung der Gewerbewelt, ein Zusammenstellen von Gewerben in den Zünften, das uns hie und da befremdet und zum Teil nur aus momentanen, vielleicht auch ganz äußerlichen Verhältnissen erklärt werden kann; das Bemerkenswerteste dabei ist die Häufung von Handwerken in der Krämerzunft, ohne Zweifel so zu erklären, daß vor dem Entstehen dieser Handwerke in Basel ihre Produkte durch die Krämer importiert worden waren.

Als Endergebnis dieser Entwickelung, so vollständig als möglich gefaßt, zeigt sich uns folgende Einordnung der Gewerbe in die Zünfte:

1. Kaufleute: 1453-1506 Grautücher
Tuchhändler
Tuchscherer
2. Hausgenossen: Glockengießer
Goldschmiede
Hafengießer
Kannengießer
seit 1373 Münzer
Wechsler
3. Weinleute: Weinhändler
Weinlader
Weinrufer
Weinschenken
4. Krämer: Apotheker
Barettleinmacher
Buchbinder
Bürstenmacher
Gufenmacher
Gürtler
Handschuhmacher
Heiligenmaler
Hutmacher
Kartenmacher
Krämer
Lautenmacher
Lebkücher
Nadler
Nestler
Paternosterer
Permenter
Ringler
Rotgießer
Scheidenmacher

Empfohlene Zitierweise:
Rudolf Wackernagel: Geschichte der Stadt Basel. Zweiten Bandes erster Teil. Helbing & Lichtenhahn, Basel 1911, Seite 413. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Wackernagel_Geschichte_der_Stadt_Basel_Band_2,1.pdf/434&oldid=- (Version vom 10.11.2016)