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Schiffe dieser Art waren auch den Grundruhr- und Zollberechtigten am Strome die willkommensten.

Wie es mit der Grundruhr stand und wie im einzelnen Falle selbst das vom König den Baslern gegebene Privileg der Befreiung von dieser Last versagen konnte, ist bei Anlaß der Streitigkeiten Basels mit Markgraf Bernhard geschildert worden. Beständigere und allgemeinere Wirkung hatten die Zölle. Mit solchen war der Rhein überlastet. Könige Fürsten Städte taten an beiden Ufern Zollstätten auf und besteuerten den Flußverkehr in rücksichtsloser Weise. Basel selbst war dabei beteiligt durch den alten bischöflichen, dann städtischen Zoll sowie durch den Zoll, der ihm 1368 durch König Karl verliehen, 1377 erhöht worden war. Außerdem erwarb die Stadt 1421 den 1394 eingerichteten Zoll zu Kleinkems. Auch in ihrem Streite mit Breisach um das Transportrecht spielten beiderseitige Zollansprüche mit, und zu gleicher Zeit hatte sich Basel über solche mit Neuenburg auseinanderzusetzen. Der dortige Zoll sollte nach der Rheinfelder Richtung 1443 den Baslern erlassen sein um das Gegenrecht der Neuenburger zu Kleinkems; aber diese waren hiemit nicht zufrieden, sondern zogen ihre Zollbegehren den ganzen großen Prozeß hindurch, an den Markgraf, an den Bischof, zuletzt durch Appellation an den König.

Aber vor diesem Übermaß von Zöllen wich zuletzt der Rheinverkehr. Vielleicht wirkten auch Saumsal der Schiffleute, Änderungen im Fuhrwesen, Verbesserung von Straßen mit. Die Ermäßigung des Basler Rheintransitzolles 1489 geschah gewiß in der Absicht, die Konkurrenz der Straßen zu bekämpfen, und als 1533 Basel sich mit Breisach über Zoll- und Transitverhältnisse verschiedener Art unterhielt, ward offen ausgesprochen, daß die Kaufmannsgüter, die früher den Rhein gebraucht hätten, nun wegen der hohen Zölle über Land gingen. Zwei Jahre später kamen alle Uferherren des Oberrheins in Breisach zusammen, um über die Rheinzölle zu verhandeln; Basel teilte dabei mit, daß es ihm nicht darauf ankomme, ob die Güter auf der Achse oder zu Schiff transportiert würden, da sie auf jede Art den Transitzoll gäben; nur den Schiffern zu lieb empfehle es eine Ermäßigung der Rheinzölle.


Hier nun endlich, bei Betrachtung des Basler Handels als einer Gesamtheit, wird uns neben dem einkaufenden und verkaufenden Produzenten auch der Nur-Händler sichtbar, der Kaufmann und der Krämer.

Wir beachten zunächst den Tuchhandel, haben aber hiebei auch der ortsansässigen Produktion rasch einige Worte zu gönnen.

Empfohlene Zitierweise:
Rudolf Wackernagel: Geschichte der Stadt Basel. Zweiten Bandes erster Teil. Helbing & Lichtenhahn, Basel 1911, Seite 495. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Wackernagel_Geschichte_der_Stadt_Basel_Band_2,1.pdf/516&oldid=2955227 (Version vom 20.11.2016)