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und der Streit hierüber ging mit Basel weiter, nachdem dieses 1461 die Landgrafschaft erworben hatte. Aber auch der Umfang des Etters selbst war strittig; wiederholte Unterhandlungen und Sprüche suchten hier Ordnung zu schaffen.

In diese Beziehungen griff nun Solothurn. Seine früheren Versuche im Sisgau sich einzunisten — Onolzwiler Geleit, Farnsburg Diegten Langenbruck usw. — sind schon erwähnt worden; jetzt faßte es Fuß in Pratteln.

Es benützte dazu Streitigkeiten Bernhards mit seinen Untertanen über Taferne, Zwingtrotte, Wahl von Einungsmeistern und Geschworenen, Frühmesse und dergl. Die Gemeinde teilte sich. Als sie dem Eptinger den Eid leisten sollte, weigerten sich dessen achtunddreißig Bauern. Sie ließen sich in Solothurn beraten, und während Basel für friedliche Beilegung arbeitete, drang Solothurn auf rechtlichen Entscheid. Es wünschte den Streit auf die Spitze zu treiben und bewirkte dadurch, daß der Eptinger sich mit Basel verband; am 7. Dezember 1467 wurde er Basler Bürger.

Solothurn antwortete hierauf, indem es die widerspenstigen Prattler in sein Bürgerrecht aufnahm. Der alte Gegensatz von Stadt und ländlicher Grundherrschaft kam wieder zum Ausdruck; nur daß hier die Bauern nicht hinter die Mauer zogen und Städter wurden. Vielmehr blieben die Solothurnleute in Pratteln sitzen wie bisher, und im engen Bereich dieses Dorfetters waltete nun der seltsamste Streit. Wir haben diesen Streit nicht zu schildern; für uns wichtig ist nur die Haltung Basels.

Dieses hatte nun doch eine gütliche Besprechung zwischen Bernhard und seinen abtrünnig gewordenen Untertanen zu Stande gebracht, im Januar 1468; aber ohne Wirkung. Schon mehrten sich die heftigen Vorzeichen des Krieges. Basel sandte Büchsenmeister nach Pratteln, wohl zur Armierung des Schlosses, und die Häuser der Bernhardsleute im Dorf ließ es mit Baselstäben zeichnen, um sie bei kriegerischen Durchzügen zu sichern; für den selben Fall ordnete es an, daß Liestal den Bernhardsleuten geöffnet sein solle, den Solothurnleuten aber geschlossen. Im übrigen sorgte es nach Kräften für Ruhe und Frieden; den Ludwig von Eptingen, Bernhards Bruder, der über die Solothurnleute in Pratteln und über Muttenz herfallen wollte, mahnte es von solcher Gewalttat ab.

Auf Johann Baptist 1468, in den erregtesten Tagen des Sundgauer Krieges, gerade während die Eidgenossen hinabzogen, wurde Bernhard in den Rat zu Basel gewählt.


Den Gegensatz zu der kleinen Herrschaft Pratteln bildete das ihr benachbarte ausgedehnte Gebiet der Herrschaft Münchenstein-Muttenz. Es

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Rudolf Wackernagel: Geschichte der Stadt Basel. Zweiten Bandes erster Teil. Helbing & Lichtenhahn, Basel 1911, Seite 35. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Wackernagel_Geschichte_der_Stadt_Basel_Band_2,1.pdf/56&oldid=- (Version vom 1.8.2018)