Seite:Wackernagel Geschichte der Stadt Basel Band 3.pdf/62

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Rate konferiert, reist hier durch der Erzbischof von Reggio, Roberto Latino Orsini, als Botschafter Leos X., reich versehen mit Gold und Breven, um bei den Kurfürsten gegen Karl und für König Franz zu agitieren. Kaum ist er weg, so kommt in höchster Eile und mit wichtigen Briefen ein Kurier aus Rom an; er fährt sofort weiter, auf einem Kahne den Rhein hinab, um noch in Straßburg den Orsini einzuholen. Dann kann Graf Herman von Neuenahr, der nach Rom durchreist, den Basler Freunden erzählen, daß nicht weniger als drei Gesandte der Curie in Mainz gegen die Wahl Karls arbeiten, und Rhenan gibt diese Nachrichten nach Zürich an Schiner weiter. Mit den Meldungen von dem alle Welt in Spannung haltenden Wahlgeschäfte kommen aber auch sorgliche Nachrichten nach Basel. Es heißt, daß der französische König in Deutschland einfallen und mit den Waffen sich die Krone holen wolle, worauf Basel mit Aushebung und Rüstung eines Hilfskorps für Karl beginnt. Der Rat erfährt auch, daß Franz von Sickingen — vor wenigen Jahren durch einen großen Güterraub den Basler Kaufleuten bekannt geworden — jetzt ein Heer sammle und gegen Mülhausen und Basel ziehe, um diese Städte von der Eidgenossenschaft ab und wieder zum Reiche zu drängen. Aus Paris kommen Warnungen deswegen; Schwyz und Luzern versprechen Basel ihre Hilfe. Aber da und dort in der Schweiz geht auch die Rede, Basel selbst habe Schritte getan des Willens, von der Eidgenossenschaft ab und wieder zum Reiche zu kommen.

Endlich am 28. Juni 1519 wird Karl gewählt. Das ist die „römisch und hispanisch königliche Majestät“, mit der von nun an Basel zu verkehren haben wird.



Empfohlene Zitierweise:
Rudolf Wackernagel: Geschichte der Stadt Basel. Dritter Band. Helbing & Lichtenhahn, Basel 1924, Seite 41. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Wackernagel_Geschichte_der_Stadt_Basel_Band_3.pdf/62&oldid=3403489 (Version vom 1.8.2018)