Seite:Wackernagel Geschichte der Stadt Basel Band 3.pdf/76

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des Territoriums, sondern zur Sicherung eines den städtischen Interessen gemäßen Zustandes.

Es handelte sich um das alte Gesesse Klybeck im Norden Kleinbasels. Wertvoll war die Klybeck vor Allem durch ihre Lage über der Landstraße nach Kleinhüningen, die durch das Klybecker Hoftor gesperrt werden konnte; es erinnerte dies wohl an eine frühere Grenze. Auch das hier vereinigte Wasser- und Gewerbewesen (Säge Mühle) gab dem Orte seine Wichtigkeit. Und als Weiherhaus war die Klybeck ein herrschaftlicher, ursprünglich adliger Sitz. 1402 finden wir sie im Besitze des Ritters Hans Reich, 1438 im Besitze des Friedrich Rot. Unter den spätern Eigentümern sind von Interesse Heinrich Halbisen d. J. (1476—1480); Elisabeth von Falkenstein, des Freiherrn Thomas Tochter, Fürstäbtisse von Säckingen (1491, 1492); Meister Sigmund der Steinschneider (1513 — 1522).

Dieser machte sich 1522 in Basel unmöglich; er mußte fortgehen, und nun ergriff der Rat die Gelegenheit, die Stadt an diesem wichtigen Orte zu sichern, um den in den letzten Jahrzehnten wiederholt Auswärtige gestritten hatten. Am 2. Juli 1522 kaufte er die Klybeck. Nicht um sie zu behalten. Sondern schon am 28. April 1523 verkaufte er sie wieder, an den Mediziner Berthold Barter, der dabei geloben mußte, das Haus ohne des Rates Wissen und Willen an Niemanden hinzugeben.


Der Sisgau.

Seit dem Kaufe der Aemter Liestal Waldenburg Homburg 1400 hatte Basel Vereinzeltes im Sisgau an sich gebracht: 1439 die Herrschaft Füllinsdorf, 1447 und 1450 das Geleite zu Diepflingen, 1457 die Gemeinderschaft am Augster Zoll. 1461 erwarb die Stadt die Herrschaft Farnsburg, und an diese mächtige Gebietserweiterung schloß sich rasch der Kauf von Territorien im Ergolztale, das die Farnsburger Herrschaft mit den alten Gebieten verband: 1464 Zunzgen, 1465 Sissach, 1467 Itingen und Böckten. 1479 übernahm Basel als Pfand die Herrschaft Münchenstein-Muttenz, welche Pfandschaft 1489 bestätigt wurde. In der Zwischenzeit, 1487, gingen auch Eptingen und Diegten an Basel über.

So gestaltet war um die Wende des Jahrhunderts das sisgauische Gebiet. In der zentralen Finanzverwaltung der Stadt, bei ihrer Buchung von Einnahmen und Ausgaben, gab es nur die einzelnen Herrschaften; für die übrige Administration war das Territorium in die vier Vogteien Farnsburg Waldenburg Homburg Liestal zusammengefaßt.

Empfohlene Zitierweise:
Rudolf Wackernagel: Geschichte der Stadt Basel. Dritter Band. Helbing & Lichtenhahn, Basel 1924, Seite 55. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Wackernagel_Geschichte_der_Stadt_Basel_Band_3.pdf/76&oldid=3403511 (Version vom 1.8.2018)