Seite:Wilhelm Löhe - Sieben Predigten in Nürnberg zu St. Aegydien (2. Auflage).pdf/59

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sprechen: „Das ist der Leib, der für euch gegeben, – das ist das Blut des neuen Testamentes, welches für euch vergossen ist“ – Worte, welche in Ewigkeit von keinem treuen und kindlichen Hörer des Worts anders, als von einer wunderbaren Vereinigung des Leibes und Blutes Jesu mit Brod und Wein verstanden werden können! Ist aber Dem so, so empfangen wir ja im heiligen Abendmahle – erwäge, was ich sage! – nichts Andres, als den Leib, welcher für uns starb, – und das Blut, welches für uns floß! So giebt es ja kein kräftigeres Zeugniß von der Versöhnung, als dies Mahl! Denn entweder – der Herr verzeihe! – ja, entweder sind die Worte der Einsetzung nicht wahr, oder du issest und trinkst im Abendmahle auf unbegreifliche Weise den Opferleib und das Opferblut deines nun verherrlichten Heilands. Ist aber das, so kannst du eben so wenig an dem vollendeten Opfer und an deiner Versöhnung zweifeln, als ein Priester des A. Testaments an einem geschehenen Opfer zweifeln konnte, von dessen Fleische er aß! Du glaubst nicht, daß Jesus dich mit Seinem Leibe und Blute versöhnt habe: – da reicht Er dir den Leib und das Blut zu essen und zu trinken! Kannst du noch weiter zweifeln! Das heilige Abendmahl ist ein fortgehendes Wunder des Herrn, dir zu lieb gewirkt, damit du zweifelsfrei deinen Glauben auf die Versöhnung gründest! Die Worte deines Erlösers bei der Einsetzung, das durch diese hervorgebrachte Wunder der Vereinigung des Leibes und Blutes, das Bekenntniß der Kirche – predigen die Versöhnung – Tod und Auferstehung Jesu selber predigen von ihr: – und die Versöhnung sollte nicht gewiß seyn? So viele Tausende haben ihren Frieden in der Versöhnung gefunden. Sie haben ihr Leben nicht theuer geachtet, sondern es aus Dankbarkeit und Liebe gegen das theure Gotteslamm unter der Welt Hohn und Spott dahingegeben, ihr Blut vergossen, um zu bezeugen, daß der Friede,