Seite:Zerstreute Blaetter 6.pdf/139

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

     Sind unsrer Schlachten Gefilde dunkel gleich und schweigend;
Vier graue Steine sind unser Ruhm.
Die Stimme Oßians sang;
Die Harfe klang in Selma.
Komm, Oßian, komm, spricht Er,
Mit deinen Vätern fleuch’ in Wolken auch Du!“ –

     Und kommen will ich, du König der Männer:
Das Leben Oßians sinkt.
Ich schwind’ hinweg auf Kona.
In Selma sieht man meinen Schritt nicht mehr.

     An Mora’s Steine schlafen werd’ ich nun,
Die Winde, rauschend in mein graues Haar,
Erwecken mich nicht mehr.

     Geh hin auf deinen Schwingen, o Wind,
Du störest nicht des Barden Ruh’.
Die Nacht ist lang – doch schwer sind seine Augen;
Geh hin, du rauschender Hauch.

Empfohlene Zitierweise:
Johann Gottfried Herder: Zerstreute Blätter (Sechste Sammlung). Carl Wilhelm Ettinger, Gotha 1797, Seite 117. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Zerstreute_Blaetter_6.pdf/139&oldid=- (Version vom 1.8.2018)