Seite:Zerstreute Blaetter V.djvu/173

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ihr Gemüth durch Gespräche erleichtert. Eine teilnehmende Familie bürgt dem Kranken seinen guten Namen, wohlwollende Prediger die Seligkeit, ein geliebtes Weib seine Grabschrift, prächtige Werke sein Andenken nach dem Tode. Der Fleiß der Aerzte thut der Natur selbst Gewalt an, fromme Vermächtnisse sichern ihm den obersten Platz im Himmel –

B. Der Arme dagegen bricht durch seine harte gute Natur die Krankheit; sein Gemüth sammlet er durch Kunstlose Andacht. Er freut sich, befreiet zu werden, fühlt seinen Erlöser im Voraus: Zeuge seiner Unschuld ist sein Gewissen; er gehorcht der Natur und eilt, den Reichen dort zu verklagen.

A. Der Reiche hört verschiedene Trostsprüche aus Gottes Wort.

B. Der Arme hat sie in sich und glaubt sie.

A. Der Reiche wird an seine Sünden erinnert.

Empfohlene Zitierweise:
Johann Gottfried Herder: Zerstreute Blätter (Fünfte Sammlung). Carl Wilhelm Ettinger, Gotha 1793, Seite 157. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Zerstreute_Blaetter_V.djvu/173&oldid=- (Version vom 1.8.2018)