Seite:Zerstreute Blaetter V.djvu/235

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
4.

Die Deutsche Epopee, die ich Ihnen zu nennen hatte, ist nichts anders als der Ulysses aller Ulysse, Reineke, der Fuchs; eine der ersten Compositionen, die ich in irgend einer neueren Sprache kenne.

Ueber eine Sache, die uns lieb ist, mag man gern reden; erlauben Sie also, daß ich hier etwas weit aushole.

Leßing hat gezeigt, daß die Bestandheit der Thiercharaktere Thiere vorzüglich zu handelnden Personen der Fabel empfehle. 17)[1] Er hat auch einen Vorschlag zu fortgesetzten äsopischen Fabeln gethan, und davon Proben gegeben; er wußte aber selbst, daß dergleichen fortgesetzte, ja zu einer größeren Composition zusammengeordnete Fabeln längst da und bei mehreren Völkern beliebt waren. Sie kennen die Indischen Fabeln Bidpai, die Wilkins vor einigen Jahren aus der


  1. 17) Abhandlungen hinter seinen Fabeln.
Empfohlene Zitierweise:
Johann Gottfried Herder: Zerstreute Blätter (Fünfte Sammlung). Carl Wilhelm Ettinger, Gotha 1793, Seite 219. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Zerstreute_Blaetter_V.djvu/235&oldid=- (Version vom 1.8.2018)