Seite:Zerstreute Blaetter V.djvu/248

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seiner Diction wegen, ob ich diese freilich bisher nur aus seiner gedruckten Ausgabe kenne. Leßings Gedanke, ihn aus Handschriften herauszugeben, unterblieb, wie leider mehrere seiner guten Gedanken; aber sollte nicht Eschenburg, der sich um Leßings Nachlaß so sehr verdient gemacht hat und ganz der Mann zu diesem Werk ist, den Gedanken seines Freundes ausnehmen, und uns den alten Hugo von Trimberg (etwa auch nur wie Leßing und Rammler den Logau gaben,) aus Handschriften wiederherstellen? 25)[1] Sollte unsre Nation der Kindheit so ganz entwachsen seyn, daß sie die alte Moral und Fabelunterweisung ihrer Väter, mit der glücklichsten Präcision biederherzig ausgedruckt, nicht wenigstens von den Motten befreit wünschte? „Nachdem alle Menschen, sagt Flacius Illyrikus, gern von ihren Eltern und Vorfahren viel wissen wollen,


  1. 25) Im Bragur ist bereits der Anfang mit einigen Fabeln aus der gedruckten Ausgabe gemacht; die Sentenzen dünken mich das Vorzüglichere in diesem Autor.
Empfohlene Zitierweise:
Johann Gottfried Herder: Zerstreute Blätter (Fünfte Sammlung). Carl Wilhelm Ettinger, Gotha 1793, Seite 232. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Zerstreute_Blaetter_V.djvu/248&oldid=- (Version vom 1.8.2018)