Seite:Zerstreute Blaetter V.djvu/302

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9.

Mich freuets, daß Ihnen Weckherlin Freude gemacht hat; wenn Sie mich aber zur Fortsetzung meiner Briefe aufmuntern: so dächte ich, wir stünden bei Opitz vor der Hand stille. Freilich giebt es auch in diesem bekanntern Zeitraum mehrere sowohl weniger bekannte, als mißkannte Dichter; sie sind indessen nicht so selten, und man kann sich in Absicht ihrer eher zurecht finden.

Lieber wünschte ich ein andermal das Andenken einiger alten Prosaisten unsrer Sprache zu erneuren, die im Ganzen verkannter und dennoch gewiß nicht unmerkwürdiger sind als die Dichter.

Am besten wäre es, wenn wir eine Geschichte der Deutschen Sprache in Prosa und Dichtkunst, mit den gehörigen Belegen und einer Deduction der Ursachen erhielten, die beide befördert oder zurückgehalten haben. Die wäre mehr und ganz etwas anders, als das Andenken einzelner Dichter und Prosaisten. Also für jetzt zur Gnüge.

Empfohlene Zitierweise:
Johann Gottfried Herder: Zerstreute Blätter (Fünfte Sammlung). Carl Wilhelm Ettinger, Gotha 1793, Seite 286. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Zerstreute_Blaetter_V.djvu/302&oldid=- (Version vom 1.8.2018)