Sponsel Grünes Gewölbe Band 2/Tafel 50

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Tafel 49 Das Grüne Gewölbe: eine Auswahl von Meisterwerken in vier Bänden. Band 2 (1928) von Jean Louis Sponsel
Tafel 50
Tafel 51
  Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
[Ξ]
TAFEL 50
DAS ROSENWASSERBECKEN MIT DEM WETTSTREIT VON
APOLL UND MARSYAS, IN SILBER GETRIEBEN VON DANIEL
KELLERDAHLER IN DRESDEN 1629
[Ξ]
Sponsel Grünes Gewölbe Band 2 Tafel 50.jpg

[250] Rosenwasserbecken aus vergoldetem Silber mit erhöhtem flachen Rahmen in vierpassig ovaler Form. Auf der den Boden bildenden Platte von gleicher verjüngter Form ist als Breitbild der Wettstreit des Apollo mit Marsyas vor dem König Midas mit den Musen, Nymphen und Satyrn als Zuschauern in getriebener Arbeit dargestellt. Die zum höheren flachen Rand überleitende Hohlkehle des Beckens ist mit getriebenen Blumenranken verziert, und der Rand ist mit getriebenen Puttenszenen ausgeschmückt. Auch sind in der Längs- und in der Querachse Zierschilder mit aufgesetzten Rollwerkrahmen ausgespart, auf denen in kleinen Figuren vier Szenen der gleichen Fabel getrieben sind. Um den Rand herum sind in der Längsachse je drei gegossene Putti, davon der mittlere in einer an den Rand angesetzten Muschelschale, und in der Querachse je zwei gelagerte Flußgötter und Nymphen zu beiden Seiten eines in einer gleichfalls angesetzten Muschelschale sitzenden Putto angefügt. – Kleinere angesetzte Muschelschalen an den Diagonalecken. Der Außenboden der Schüssel ist mit getriebenen Putten (die vier Elemente), Groteskmotiven und Fruchtbündeln in Rollwerkumrahmung verziert. Auch sind außer den vier aus Rollwerk gebildeten gegossenen Füßen noch andere gegossene Zierate auf der Rückseite angesetzt. – In dem Bildfeld ist ein links auf dem Boden liegendes Tambourin mit dem Monogramm Daniel Kellerthalers und der Jahreszahl 1629, R 1130, versehen. – Das Becken wurde zusammen mit der zugehörigen Kanne mit König Midas auf dem Deckel von Kurfürst Johann Georg I. mit 2700 Gulden bezahlt. (65 : 82 – IV. 57.)