Sponsel Grünes Gewölbe Band 3/Tafel 14

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Tafel 13 Das Grüne Gewölbe: eine Auswahl von Meisterwerken in vier Bänden. Band 3 (1929) von Jean Louis Sponsel
Tafel 14
Tafel 15
  Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
[Ξ]
TAFEL 14
DREI BERGKRISTALLGEFÄSSE IN GOLDENER EMAILLIERTER
UND MIT JUWELEN BESETZTER FASSUNG.
DAS ERSTE MIT EINGESCHNITTENEM TRITONENKAMPF.
MAILÄNDER ARBEIT.
DIE BEIDEN ANDEREN DEUTSCHEN URSPRUNGS DES
16. JAHRHUNDERTS
[Ξ]
Sponsel Grünes Gewölbe Band 3 Tafel 14.jpg

[194] Links: Flaschenförmig ausgebauchtes Deckelgefäß aus Bergkristall in Form eines Kreiskegelstumpfs auf rundem Fuß mit verjüngt ansteigendem zylindrischen Schaft, der durch einen mit Edelsteinen besetzten Knauf in emaillierter Goldfassung mit dem Gefäß verbunden ist. Eine gleichartige Goldfassung hat der Rand des Fußes. Das Gefäß ist an der Ausbauchung verziert mit eingeschliffenen Seestücken mit Tritonenkämpfen und am Hals mit einem Wellenrankenfries. In den gewölbten Deckel sind zwei Tritone und zwei Delphine eingeschnitten. Mailänder Arbeit vor 1580. (H. 27 – V. 265.) – Das Gefäß V, 265 wurde im Frühjahr 1926 im Tausch an den Verein Haus Wettin, Albertinische Linie, E. V., auf Beschluß des Ministeriums vom 18. 3. 26 abgegeben. Das Grüne Gewölbe besaß noch ein fast gleiches, ebenso graziöses Deckelgefäß, V, 266, beide Stücke sind in dem ersten Inventar der Schatzkammer von 1588 aufgeführt.


Mitte: Schlankes, fast zylindrisches, leicht ausgebauchtes kleines Gefäß aus Bergkristall auf Fuß, am Mundrand eine breite, mit Zweig und Tieren ausgestochene und mit durchsichtigem Email ausgefüllte polierte Goldfassung, an die drei ebenso verzierte goldene Gehänge angeschlossen sind. Die Ausbauchung hat eingeschliffene, symmetrisch stilisierte aufrechte Pflanzenranken. Der Knauf hat Goldfassung. Der zugehörige Deckel fehlt. Nach dem Inventar war er gekittet. Auf ihm saß ein goldener Hund auf grün emailliertem Kissen. Deutsch. 16. Jhdt. (H. 15 – V. 336.)


Rechts: Deckelpokal aus Bergkristall in goldener Fassung mit kegelförmigem glatten Kelch auf goldenem Schaft über rundem Sockel aus Kristall. Die Fassung ist zum Teil in Gehängen durchbrochen und verschiedenfarbig, auch schwarz, emailliert und mit Edelsteinen besetzt. Der Rand des Kelches ist mit ausgehobenen und dann in durchscheinendem verschiedenfarbigen Email gefüllten Pflanzen-Ornamenten bedeckt, zwischen denen allerhand Tiere. Auf dem Deckel steht ein römischer Krieger in hellblau emailliertem Harnisch. Deutsch. Um 1560. (H. 27 – V. 172.)