Sponsel Grünes Gewölbe Band 3/Tafel 2

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Tafel 1 Das Grüne Gewölbe: eine Auswahl von Meisterwerken in vier Bänden. Band 3 (1929) von Jean Louis Sponsel
Tafel 2
Tafel 3
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TAFEL 2
GOLDENE ANHÄNGER DER RENAISSANCE MIT
FIGÜRLICHEN MOTIVEN, VERZIERT MIT EMAIL UND JUWELEN.
FINGERRINGE GLEICHARTIGER TECHNIK UND STILISTIK
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Sponsel Grünes Gewölbe Band 3 Tafel 02.jpg

[Ξ] 1. Obere Reihe, links: Kentaur Nessus und Dejanira aus weiß emailliertem Gold; der Hinterkopf und der Rücken des Kentauren sind aus einer monströsen Perle als Harnisch und Haube gebildet. Die Gruppe steht auf einer vorn mit Rubinen und einem größeren Brillanttafelstein besetzten Platte, auf der eine mit Brillanten besetzte Blume sprießt. Deutsch. Ende 16. Jhdts. (VI. 81 i.) [170] 2. Obere Reihe, rechts: Anhänger, eine einschwänzige, nach links gewendete Sirene an einer Kette. Der Leib wird von einer monströsen Perle gebildet; Kopf, Schulter und Arme sind emailliert. Der mit Schuppen emaillierte Fischschwanz ist mit einem Streifen besetzt, welcher abwechselnd mit Tafelsteinen, Rubinen und Brillanten ausgefaßt ist. Unter der Figur Ranken mit Diamanten und Rubinen. In der erhobenen Rechten ein mit Diamantraute besetzter Spiegel; die Rückseite des Stückes ist mit zierlichen schwarz emaillierten Pflanzenranken auf Gold ausgestochen und am Fischschwanz mit grünen Schuppen in Email bedeckt. Haube und Spiegel haben Goldmusterung in schwarzem Emailgrund. (VI. 81 g.)


3. In der Mitte: Sirene aus emailliertem Gold, mit zwei durchsichtig grün, rot und blau emaillierten und mit Brillanttafelsteinen besetzten Flügeln, und zwei mit Brillanttafelsteinen ausgefaßten Fischschwänzen; der Oberkörper weiß; über den Flügeln an Ketten ein schwebendes Engelchen. In der erhobenen Rechten der Sirene ein Pfeil, in der Linken ein gekröntes, mit einem mugelig geschliffenen, à jour gefaßten Rubin besetztes Herz. Die Rückseite farbig emailliert, Leib und Fischschwänze mit Schuppenmusterung. (VIII. 292.)


4. Untere Reihe, links: Anhänger: Prudentia und Simplicitas, zwei weibliche Gestalten in antiken Gewändern, vor und auf einer mit emailliertem, meist C-förmigen Rollwerk umgebenen, mattgoldnen glatten Platte nebeneinander sitzend. Weißes Email dient als Fleischfarbe, die goldnen Röcke haben schwarz emaillierte Ranken. Auf der emaillierten Rückseite die Inschrift „Prudens et Simplex“. Die Gestalten hielten in der freien Hand einen heute fehlenden Gegenstand und haben die andere Hand der Nachbarin um die Schulter gelegt. Die Gewänder sind auf dem Leib und den Knien mit Brillanttafelsteinen in Kastenfassung besetzt, ebenso das goldene Haar. (VIII. 291.)


5. Untere Reihe, rechts: Anhänger, die Gerechtigkeit und der Friede, zwei sitzende weibliche Gestalten in antiker Gewandung vor einem mit Ranken erfüllten und mit Brillanten besetzten Bogen, auf einer Bank über einer vorn teilweise mit Brillanttafelsteinen besetzten emaillierten Konsole. Vom Schwert der Justitia ist nur noch der Griff über ihrer Wage zu sehen. Neben ihr eine mit Brillanten ausgefaßte Pyramide und ein Totenkopf. Die Embleme des Friedens, nach dem Inventar eine von Engeln gehaltene Krone, eine Taube und ein Lamm, sind nicht mehr vorhanden. Auf der teilweise emaillierten Rückseite eine der Konsolenplatte aufgenietete Inschrift „Christus nos redemit ab execratione legis Gal 3“ in Versalien. Deutsch. Ende 16. Jhdts. (VIII. 299.) – Ein Kleinod mit Pax und Justitia wurde in Augsburg von einem Goldschmied Hieronymus Krause gekauft. Ein Kleinod mit denselben allegorischen Gestalten lieferte der Dresdner Goldschmied Hieronymus Kramer an Christian I.


6. Untere Reihe, Mitte: Kirschkern, auf dem 185 Köpfe geschnitten sein sollen, der Kirschkern wird in einer emaillierten goldenen Rankenfassung gehalten und konnte als Anhänger getragen werden. Das Stück wurde 1589 von Christoph von Loß auf Pillnitz dem Kurfürsten Christian I. geschenkt. Art Peter Flötners. 16. Jhdt. (1 : 0,8 – VII. 32 ee.)


7. Obere Reihe, Mitte: Goldener Ring, darauf in runder Einfassung ein von vier Türmen flankiertes Haus; die Schiene ist damit in emaillierten Reliefranken verbunden und mit zwei Brillanten besetzt. Kleinere Diamanten schmücken das Kastell und seine Einfassung, das durch Email belebt ist. – Der Ring kam 1660 zur Kunstkammer. Italienisch? (16. Jhdt. VIII. 102.)


8. Mittlere Reihe, links: Goldener Ring mit großem ovalen Rubintafelstein mit facettiertem Rand in Kastenfassung, von zwei Brillanten flankiert. Der ovale korbartige Kasten ist mit farbigen Emailranken verziert. Die dünne Schiene mit emaillierten Ranken verbunden. Deutsch. Ende 16. Jhdts. (VIII. 58.)


9. Mittlere Reihe, rechts: Goldener Ring mit einem rechteckigen Saphirtafelstein mit abgeschrägten Kanten. Die flache Kastenfassung ist nach unten dachartig abgeschrägt und die dünnen Schienen sind erst mit der unteren Abflachung des Kastens verbunden, die schrägen Wandungen sind mit Ranken in verschiedenfarbigem blauen Email verziert. Deutsch. Ende 16. Jhdts. (VIII. 63.)