Sponsel Grünes Gewölbe Band 3/Tafel 7

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Tafel 6 Das Grüne Gewölbe: eine Auswahl von Meisterwerken in vier Bänden. Band 3 (1929) von Jean Louis Sponsel
Tafel 7
Tafel 8
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TAFEL 7
DIE WAPPENGESELLSCHAFT UND EINE BILDNISMEDAILLE
DES KURFÜRSTEN CHRISTIAN II.
ZWEI BILDNISMEDAILLEN SEINER MUTTER SOPHIE ALS
ANHÄNGER, ZWEI ZUGEHÖRIGE GOLDENE KETTEN,
VERZIERT MIT EMAIL
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Sponsel Grünes Gewölbe Band 3 Tafel 07.jpg

[180] 1. Oben Mitte: Mittelteil einer goldenen Kette mit 11 Schilden, darauf auf der einen Seite das herzoglich sächsische, auf der anderen das markgräflich brandenburgische Wappen in Relief, als Zwischenglieder je zwei verschlungene, weiß emaillierte Hände, die ein rot emailliertes Herz halten. An der Kette hängt die aus zwei Teilen zusammengelötete gegossene Medaille mit vorn dem nach rechts gewendeten Brustbild von Sophie, geborenen Markgräfin zu Brandenburg, Gemahlin des Kurprinzen Christian I. von Sachsen, geb. 1568, verm. 1582, gest. 1622, hinten mit dem vierfeldigen Brandenburgischen Wappen, von einem darüber stehenden Engel gehalten. Wohl in Berlin 1582 für die Vermählung entstanden. Die Medaille ist bisher nicht beschrieben und wohl Unikum. (VIII. 269.)


2. Oben um die Mitte: Die „Gesellschaft des Kurfürsten Christian II. von Sachsen“ mit zugehöriger emaillierter goldener Brustkette. Das vollständig und gut erhaltene Stück dieser „Gesellschaft“, ein flaches, ovales Anhängestück hat in durchbrochenem und emailliertem Relief auf der einen Seite das kursächsische Wappen zwischen den Worten A Deo Pro Imperio und auf der anderen Seite das Symbol des Kurfürsten goldene Sonne in blau emailliertem Himmel mit dem Wahlspruch: Time Deum, Honora Caesarem an einer Kette von 34 durchbrochen gearbeiteten Gliedern, welche abwechselnd aus zwei das mit dem Kurhute bedeckte C (Christian) haltenden Händen und aus den einzelnen sächsischen Provinzwappen bestehen und mit einer Schließe, die das emaillierte kursächsische Hauptwappen trägt. Der Anhänger samt Kette entstammt dem in der Kirche zu Leuben bei Lommatzsch aufgefundenen Grab des 1620 verstorbenen kaiserlichen Rates und Reichspfennigmeisters, auch kursächsischen Hofmarschalls und Geheimen Rates Christoph v. Loß auf Pillnitz, Graupen und Jessen. Erworben 1889. – Drei gleiche Stücke dieser „Gesellschaft“ kamen 1910 aus den Gräbern der Sophienkirche in das Stadtmuseum zu Dresden. Andere in Düsseldorf und bei Pierpont Morgan. Gabriel Gipfel. Anfang 17. Jhdts. (VIII. 385.)


3. Unten links: Gegossene goldene Medaille, vorn das emaillierte Brustbildnis von Sophie, Witwe des 1591 verstorbenen Kurfürsten Christian I., mit Namensumschrift, hinten das emaillierte kursächsische Wappen mit dem brandenburgischen Herzschild und der polierten Umschrift Hilf Du heilige Dreifaltigkeit anno 1589, der Wahlspruch der Kurfürstin. Die Medaille hat eine rautenförmige Umrahmung aus durchbrochenem emaillierten Rollwerk und hängt mit drei Kettchen an einem ebensolchen Schmuckstück. – Die Medaille von Tobias Wolf. Der Rahmen von Gabriel Gipfel. Erworben 1888 aus der Sammlung Engelhardt. – Im Münzkabinett die beiden Seiten der emaillierten Medaille einzeln. (VIII. 421.)


4. Unten rechts: Ovale gegossene goldene Medaille, vorn das Brustbild des Kurfürsten Christian II. mit entsprechender Umschrift, hinten ein stehender Engel mit dem sächsischen Wappen und die Umschrift Initium Sapientiae Timor Domini in Versalien. Vorn am Armabschnitt das Monogramm des Tobias Wolf und die Jahreszahl 1601. Tentzel 25, II. Die Medaille hat eine Umrahmung von durchbrochenem und emailliertem Rollwerk besetzt mit Perlen, und hängt mit drei Kettchen an einem ebensolchen Schmuckstück. Der Rahmen von Gabriel Gipfel. Erworben 1892 aus der Sammlung Engelhardt. (VIII. 390.)