Spruner-Menke Handatlas 1880 Karte 25

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Autor: Theodor Menke, Karl Spruner von Merz u. A.
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Titel: Italien von 1302–1339
Untertitel:
aus: Hand-Atlas für die Geschichte des Mittelalters und der neueren Zeit
Herausgeber:
Auflage: 3. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1880
Verlag: Justus Perthes
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Erscheinungsort: Gotha
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Spruner-Menke Handatlas 1880 Karte 25.jpg

[53]

Italien. Nr. V. Italien 1302–1339. Mst. 1 : 3 700 000. – Nebenkarten: 1) Italien 1339-1406. – 2) Italien 1406–1492. MSt. 1 : 3 700 000. – 3)–6) Mailand – Verona – Florenz – Neapel und Umgebung. Mst. 1 : 74 000. Von Th. Menke.

Für die kartographische Darstellung der Hohenstaufenzeit bieten die gedruckten Urkundenwerke im Allgemeinen ein reichliches und gutes Material. Durch die Liberalität der herzoglichen Bibliothek in Gotha und der Universitätsbibliotheken zu Göttingen und Leipzig war ich im Stande, dasselbe zu benutzen, und ich hoffe, dass mir im Allgemeinen nichts Wesentliches entgangen ist, soweit es vor der Ablieferung meiner Vorlagen für den Zeichner erschienen ist.

Von den mir nicht genügenden Partien der beiden Blätter IV V hebe ich das Folgende hervor:

Ueber das Gebiet von Mailand, insbesondere den nördlichen Theil, lag nur ungenügendes Material vor. Ich musste daher einige Grenzen des von Spruner’schen Blattes, das, soviel ich mich entsinne, genau mit Giulini’s Karte in dessen Memorie di Milano übereinstimmt, copieren.

Die Grenzen einiger Stadtgebiete der Romagna im Apennin mussten wegen des gleichen Mangels offen gelassen werden.

Ueber Bobium fand ich nur vereinzelte Angaben in den Quellen.

Die Grenze zwischen Krain und Friaul, die zugleich Grenze von Deutschland und Italien ist, bin ich ausser Stande, genau festzustellen. Es würde ein sehr verdienstliches Werk sein, wenn vielleicht einer der Forscher in Krain das zusammenstellte, was sich darüber nach gedruckten und ungedruckten Quellen sagen lässt.

Von den Gebieten endlich von Genua, Asti, Acqui und Alba würde, wenn mir eine nochmalige Prüfung der Quellen möglich gewesen wäre, vielleicht ein genaueres Bild geliefert worden sein, als ich in den gegenwärtigen Blättern zu bieten vermag.

Für die kartographische Darstellung des weltlichen Besitzes der römischen Kirche liegt leider, obgleich kein Theil der historischen Geographie diese an Interesse überbietet, nur sehr ungenügendes urkundliches Material gedruckt vor. Wegen Angabe der patrimonialia 1235 (Theiner Dom. temp. 1, 103) bedarf ich wohl keiner Entschuldigung, obgleich damit nicht das für den Anfang der Periode Gültige gegeben ist.

Der vollständige Nachweis meiner Motive würde mehrere Bogen füllen. Ich erlaube mir daher, mich auf wenige Bemerkungen zu einigen Werken, die in den Händen aller Forscher sind, zu beschränken.

Zunächst zu Stumpf Reichskanzlern und Böhmer’s Regesten.

1164 inter castrum Macreti et castrum Taxoli. Zu lesen ist wohl Saxoli, jetzt Sassuolo. Stumpf’s Taxolla ist mir unbekannt.
1163 in plano Bardonese, nicht Bardi, sondern Bardonezza bei S. Giovanni. Bardonesia Ann. Plac. Gib. P., SS. XVIII, 486. Bardonezia Ann. Plac. Guelf. ib. 429. Bardelezia in confinibus Placentie et Papie Ann. Parm. mai. ib. 707.
1177 in comitatu Auximano apud castrum Cesarola. Ein Ort des Namens Castel Cesarola, den Stumpf hat, ist im comitatus Auximanus weder vorhanden, noch vorhanden gewesen. Zu lesen ist apud castrum Casarola (Fanciulli Cingoli 363) und gemeint der Ort Casarola.

Die Mark des Wido (Stumpf Reichsk. 4085) ist nicht, wie Stumpf anzunehmen scheint, in Tuscien zu suchen, sondern in einem Nebenthale der oberen Stura bei Robilante, Vernante und Limone (Moriondi Aqu. 324). Genaueres über sie, sowie über die 1142 an die Mark Busca angrenzende terra quae dicitur Lupazania konnte nicht ermittelt werden.

S. Leo prope Mantuam (König Friedrich 1220) vermag ich ebensowenig nachzuweisen, wie Winkelmann. Es scheint ein durch die Befestigungen von Mantua verschwundener Ort gewesen zu sein.

Marianum in episcopatu Parme (Ann. Parm. mai. P., SS. XVIII, 667, ist nicht Mariano im Val di Mozzola, das in episcopatu Placentino lag, sondern Mariano bei Pellegrino.

Victoria bei Parma ist nicht nach Jaffé’s Plan in den Monumenta Germaniae angesetzt. Ob ein an der von Jaffé angenommenen Stelle angelegtes Zwing-Parma sehr gefährlich für Parma hätte werden können, mögen Kenner des mittelalterlichen Kriegswesens entscheiden. Die Angaben der Quellen nöthigen dazu, es da anzusetzen, wo es auf der Karte steht.

Recorniclum der Annales Stadenses (P. SS. XVI, 339) ist Rio Cornacchiago (Rivus Cornaclarius im Gebiete der Ubaldini).

Lowern cum lacu, 16 milliaria von Cuma. (Ann. Stad. P. SS. XVI, 340) ist Lugano und nicht, wie Lappenberg erklärt, Luvino am Lago Maggiore. Der folgende Satz „ibi mons incipitet currit usque Zonrage“ bezieht sich nicht auf die ganze Breite der Alpen bis Zofingen (so Lappenberg), sondern auf die zwischen Lugano und dem Val d’Agno liegende Höhe. Zonrage erklärt sich nicht aus der Generalstabskarte. Ist es der an der Nordseite dieser Höhe liegende, auf der Generalstabskarte nicht benannte Ort?

In Kaiser Friedrich’s Schenkung Lacomblet 1, 280 ist locum Deraga statt locum de Raga zu lesen. Es ist Dairago im Mailändischen. Von den umherliegenden Ortschaften ist Everun = Inveruno, Nussa = Nosate, Trubiga = Turbigo.

[54] Mit dem Anfange des vierzehnten Jahrhunderts fängt das in Drucken zu benutzenden urkundliche Material an spärlich zu werden; nur an einigen Stellen – ich erwähne beispielsweise die Romagna – bietet es so treffliche Auskunft, dass mit Bedauern von dem Wunsche einige der interessanteren Verhältnisse in Nebenkarten grösseren Massstabes zu erläutern abgesehen werden musste, weil es an Platz fehlte. Es stützt sich die Ausarbeitung des Blattes V daher vielfach auf neuere Hülfsmittel, von denen ich E. Repetti’s trefflichen Dizionario geografico fisico storico della Toscana, 6 voll. Firenze 1833–45 hervorhebe.

Es sei mir gestattet, bei dieser Gelegenheit um Entschuldigung zu bitten, dass Blatt VII, eines der am frühesten in der Lieferungsausgabe publicierten, noch nicht entschieden von dem für diese Ausgabe bald nachher fest angenommenen Principe, dass der Anfang einer Periode für die eine Periode darstellende Karte die Grundlage zu bilden habe, ausgeht. Der Uebelstand würde später gelegentlich zu verbessern sein.