Stammbuch berümpter Fürsten, Graffen vnnd Herren Geschlechter:Vorwort 10

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Querfurt der halff jhm wider auff. Item da Heinrich der Lewe durch seinen stoltz dem Hertzogthumb Sachsen einen mechtigen abbruch gethan hatte / erweckte Gott auß dem Anhaldischen Stamm Albertum den Beern genannt / der halff jhm auch wider zuom vorigen stande.

Zuom vierden / zeigt vns diser Catalogus oder Stammbuoch vil schoener Exempel herrlicher tugenden / der gehorsame / der sonderlichen stercke / vnd dapfferkeit / geduldt / Gottseligkeit / keüscheyt / gerechtigkeit. Also da Hermannus sieben Bawren die er zuo eygen hatte / hienrichten liesse nach dem sie auff der Strassen geraubet hatten. Item haben die Hartzgraffen nicht eine gestrenge gerechtigkeit bewiesen an Graff Dieterichen von Wernigeroda / da sie ein Feldgerichte vber jhn gehalten / vnnd also balde jn vmbbracht / nach dem er solte den Landfrieden gebrochen haben / wie Crantz schreibt in Saxonia sua lib. 10. cap. 7.

Zuom fünfften / lernen wir alhie auch Gottes zorn vnd straffen vber Sünde vnd Missethat / mit zuorrüttung der Herrschafften vnd veraenderung laender vnd leüte. Die Herrschafft Winsenburg hat ein ende nehmen muessen / alß der letzte Graff Hermannus ist erstochen worden / von wegen des begangnen Ehbruchs / vnd hat sie das Stifft Hildeßheym an sich gezogen. Der Graff von Ebersteyn ist vmb des auffrhuors willen / wider seinen eigenen herren angefangen / mit den beynen auffgehenckt / biß er also gestorben.

Zuom letzten / erjnnert vns auch diser Catalogus oder Stammbuoch der herrlichen wort Danielis am zwoelfften Capitel / da er also sagt / Er würt denen so jhm helffen stercken Maosim mit dem frembden Gott / grosse ehr thun / sie zuo Herren machen vber grosse gueter / vnd dz land zuor lehen außtheilen. Solche wort koennen wir inn rechter betrachtung der Historien inn disem Catalogo oder Stammbuoch ein wenig verstehn. Denn hat nicht der Bapst fast alle Herrschafften vnnd Graffschafften zuo sich gezogen / vnd denen geben zuor Lehen / so jm haben helffen seinen Gott Maosim stercken / vnd seine dienste fortsetzen: Es werden vber hundert Herrschafften alhier angezogen / darunder jr wenig vorhanden / die Dochter (wie Bernhardus sagt) hat die Muotter gefressen / wie für augen zuosehen / daß die Stiffte vnd Cloester / haben jre Stiffter verschlungen.

Dise vnd vil andere Nutzungen mehr finden sich in fleissiger verlesung dises kurtzen Catalogi oder Stammbuochs. Darumb moegen die Lestermeüler wol schweigen / vnd jren Zaan an einem scharpffen Schleiffstein