Türkische Sängerin. Nach dem Gemälde von F. W. Bredt.
[276]Türkische Sängerin. (Zu dem Bilde S. 261.) Das farbenreiche
Leben des Orients hat den Malern immer einen dankbaren Stoff für
ihren Pinsel geboten, und gerade F. M. Bredt hat sich in zahlreichen
Gemälden als einen ausgezeichneten Kenner und Darsteller desselben
erwiesen. Unser heutiges Bildchen stellt eine türkische Sängerin dar, wie
man sie in der Hauptstadt am Bosporus vielfach trifft. Sie vertritt dort
etwa die Stelle des Bänkelsängers oder Drehorgelmanns, oder besser der
Gesangskünstlerin dritten Grads, die sich bei uns in den Wirthschaften
oder bei öffentlichen Volksbelustigungen hören läßt. In den Kaffeehäusern
oder auch in den Privatwohnungen trägt sie mit singendem Tone Märchen
vor oder spielt zum Tanze auf, – ja manchmal vereinigt sie beide Künste
in ihrer Person und tanzt selbst etwas vor zu den schlichten Weisen ihrer
zweisaitigen Guitarre.