Türkische Soldaten

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
<<< >>>
Autor:
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Türkische Soldaten
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 47, S. 520
Herausgeber: Ferdinand Stolle
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1853
Verlag: Verlag von Ernst Keil
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite


[520] Türkische Soldaten. Ein Ungar, der über ein Jahr lang in der Türkei lebte und große Reisen in Soldaten-Begleitung machte, schildert das türkische Militär so: ..Es sind lustige, joviale Kerle und man kann sich keine bessern Reisegefährten denken. Jeder trägt seinen Stambul-Fez wie ein humoristischer Bursche und die blaue Quaste kommt nie zur Ruhe vor ihrer Lebhaftigkeit. Die Haupt-Uniform ist eine blaue Jacke mit weißen (oder blauen) rothstreifigen Hosen. Die Schuhe sind ihre schwächste Seite, da die Hacken fast immer ab- oder schiefgelaufen sind und an den Hacken auf- und abklappen, weil sie die Sprungriemen innerhalb derselben tragen. Strümpfe sind nicht Mode, daher guckt immer ein Theil des Fußes hervor. aber immer gut gewaschen. Ihr Lederzeug besteht aus einem Taillen- und einem Kreuzgürtel (von der Schulter nach der andern Seite herüber), die in der Regel in Leinenfutteralen stecken und nur bei großen Paraden unverhüllt glänzen. Nur die Korporale glänzen immer. Jeder Soldat hat einen weißen Mantel mit gelben Knöpfen und einen „Kapuziner,“ das Haupt damit zu bedecken. Letztere werden vom Halse über die Brust weg hinten zugebunden, so daß es recht „kindlich“ aussieht. Die Offizierröcke (Waffenröcke) sind zum Theil reich mit Gold gestickt und ihre sichelförmig gekrümmten Schwerter hacken ganz vortrefflich.“ –

Die Türkei hat gegenwärtig ein reguläres actives Heer von 138,080 Mann, eine Reserve von 38,680 Mann, 51,500 Mann irreguläre Truppen, 110,000 irreguläre Contingente, Summa 338,260 Mann. Die regulären Truppen sind gut eingeübt, an eine strenge Disciplin gewöhnt, und die Offiziere sehr unterrichtet. Die Artillerie besonders ist ganz vortrefflich.

Die Marine besteht aus dreizehn Linienschiffen und vierzehn Fregatten; dazu müssen noch eine gewisse Anzahl Corvetten, Dampfer, Briggs und Goeletten gezählt werden. Die Matrosen sind nicht sehr disciplinirt und die Erziehung der Offiziere läßt noch Manches zu wünschen; indeß muß man die Gerechtigkeit üben, zu gestehen, daß sie mit jedem Tage die befriedigendsten Fortschritte macht.

Das Einnahmebudget wechselt zwischen 650,000,000 und 750,000,000 Piastern (45 bis 52 Millionen Thalern). Die vorzüglichsten Quellen der Einnahme sind – die tithes, welche nicht eigentlich eine Abgabe sind, sondern eine Forderung, die der Staat als Grundeigenthümer an seine Pächter richtet; die vergu, nach demselben Grundsatze, wie die Einkommensteuer, die Kopfsteuer, welche ausschließlich die nicht-muselmännischen Unterthanen trifft, und deren Abschaffung sobald als möglich beantragt werden soll, da sie zu demüthigend ist; der Ertrag der Zölle, oder gumruk; und endlich die indirekten Steuern oder inticab; Patent-, Stempel-, Gebäude- und Post-Abgaben.

Das Ausgabebudget ist gegen 731,000,000 Piaster, unter 49,000,000 Thaler. Die Civilliste des Sultans ist mit 75,000,000 Piaster (4,900,000 Thaler) aufgeführt; die Armee mit 300,000,000 und die Marine 37,000,000.