Türkisches Militär

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Textdaten
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Autor: unbekannt
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Titel: Türkisches Militär
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 46, S. 553
Herausgeber: Ferdinand Stolle
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1854
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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Türkisches Militär.
Die Gartenlaube (1854) b 553.jpg

Kavallerist.       Stabsofficier.       Landwehr (Redif).       Reguläres Militär (Nizam).       Artillerist.

Zu den in Nr. 18 und Nr. 27 der Gartenlaube gebrachten Abbildungen der englischen und französischen Truppengattungen, welche im Oriente gegen Rußland kämpfen, bringen wir heute, um auch den Moslims gerecht zu werden, eine Abbildung türkischer Truppen, wodurch wir unsere Darstellung der Vertheidiger des osmanischen Staats vervollständigen.

Der Nizam ist in der Türkei das, was bei uns die stehende Armee ist, der Kern der Militärmacht, wobei man freilich an keine streng geordnete Aushebung denken muß, die in der Türkei, wo keine Volkszählung stattfindet, und die Regierung nie recht weiß, über welche Menschenkräfte sie verfügen kann, unmöglich ist. An den Nizam schließen sich die halbregulären Redifs, welche man am Besten als Landwehr bezeichnet. Die reguläre Cavallerie, an welcher es in der türkischen Armee sehr gebricht, und die Artillerie, von deren rühmlichen Leistungen dieses Jahr glänzende Beweise gebracht hat, bilden von den Nizam getrennte Waffengattungen.

In sämmtlichen Corps ist die Kleidung ein Gemisch von europäischer Uniformirung mit Reminiscenzen an die alte türkische Tracht. Die Infanterie ist nach französischem Exerciz eingeschult, die Artillerie wurde meist von preußischen Offizieren herangebildet, die Cavallerie trägt noch am Ausgeprägtesten den türkischen Charakter.

Die türkische Armee, wie sie gegenwärtig organisirt ist, ist ein Produkt vieler Jahre, und nur langsam hat sie den Standpunkt erreicht, den sie jetzt einnimmt. Nächst den fremden Offizieren gebührt dem Muschir Omer Pascha das Verdienst, an dieser Umwandelung mitgewirkt zu haben; Irrthum jedoch ist es, den polnischen und ungarischen Emigranten in dieser Beziehung Ansprüche auf den Dank der türkischen Regierung zuerkennen zu wollen. Als die Emigration in der Türkei eine Zufluchtstätte fand, war die Organisation und Ausbildung des türkischen Heeres längst vollendet, und die Anstellung einzelner Ungarn und Polen in der Armee machte diese wohl um die so vermißten tüchtigen Offiziere reicher, übte aber auf die Gestaltung der türkischen Waffenmacht selbst durchaus keinen Einfluß aus.