Testament des Claus Kienast

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Textdaten
Autor: Claus Kienast
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Titel: Testament
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Entstehungsdatum: 1349
Erscheinungsdatum: 1950
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Erscheinungsort: Ravensburg
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Originaltitel: Ravensburg, 1349 Dezember 24 (an dem hailigen abent ze Wihenachten)
Originalsubtitel:
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Quelle: Pergamenturkunde im Archiv der St.-Georgs-Kaplanei Ravensburg (Pfarrgemeinde Liebfrauen); Edition nach Albert Hengstler: Testament eines Ravensburger Rompilgers, in: Das Ravensburger Stadtarchiv. Denkschrift. OVR, Ravensburg 1950, S. 33–37 (Scan auf Commons)
Kurzbeschreibung: Testament des Claus (Nikolaus) Kienast vor seiner Rompilgerfahrt im heiligen Jahr 1350
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[34]

Ravensburg, 1349 Dezember 24
(an dem hailigen abent ze Wihenaechten)

In Gottis namen, amen. Allen, den, die disen brief ansehent, lesent oder hoerent lesen, künde ich, Claus Kienast, burger ze Rauenspurch vnd vergich offenlich an disem briefe, Das ich mit gesundem libe vnd mit vordachtem muot, frilich vnd vnbezwingenlich han geordenot und geschaffet Dis selgeraet vnd dis ordenung Durch miner sele haile willen vnd och durch miner vorderen selan willen, wan[1] ich jetzo muat han gen Rome zuo dem guoten herre sant peter, ob got über mich gehütet, Das ich vnder wegen verdirbe vnd tot belibe. Ist aber daz mich Got vnd der guot herre sant peter her wider haimsendet, siech oder gesunt, so wil ich, das ich mines guotes alse gewaltig si alse vor.

Zuo dem ersten han ich geordenot, Das man sol geben min bestes gewant vnd was dar zuo hoeret, gen Vrnouwe[2] an die kilchun.

Vnd dar nah an ünser frouwen bu ze Rauenspurch[3] ain phunt phenning costentzer[4]; vnd dar nach min bestes gewant;

vnd dar nah gen sant Michel an das liecht fünf Schiling phening. So will ich, das man gebe herr Hainrich, kappelan zen armen lüten zuo den siechen ze Rauenspurch[5] minen mantel mit den marder balgen.

Vnd dar nah wil ich, daz man sol geben Cuonrade dem Startz minen mantel mit dem beltz vnd minen rok mit dem swarzen beltz vnd ain vnder rok und die kappun vnd ain phunt phenning costentzer.

Vnd wil, Das man gebe mines wingartens vier bett[6] gen dem torggel gen der Ouwe[7]. Den armen lüten, den siechan ze Rauenspurch[8] mit [35] soelicher gedinge, ob[9] ich verdirbe dirre[10] vart, Das man an minem iarzit gebe iedem dürftigen ain brot vnd ain maus[11] wins vnd ain warm tracht[12] von flaisch oder von vischen, vnd zwen phening zinse in die Ouwe gant von den vier betten.

So wil ich, das man gebe dü andern sechz bett mines wingartens in den Spittal ze Rauenspurch in dem selben gedinge, Daz man an minem iarzit gebe iedem dürftigen ain brot vnd ain maus wins vnd ain tracht von flaisch oder von vischen vnd zwen phenning zinse in die Ouwe von den betten[13].

So wil ich, daz man gebe minen akker, die dri iucharte, die gelegen sind bi des ammans wiss ze Rauenspurch. Den akker sol ain iegelich kappelan hen, der messe sprichet zuo den armen lüten[14] ze Rauenspurch mit soelicher gedinge, Daz der selbe kappelan sol han ain vigilie vnd ain messe mit singent an minem iarzit mit süben priestern, vnd man gebe dem rechten lüpriester[15] ze Rauenspurch zwen Schilling phenning vnd dar nah iedem priester ain Schilling. Vnd sol in[16] allen ain maul[17] geben durch miner sele willen. Waer och, daz der selbe kappelan daz über saehe, die messe oder die vigilie, so sol von dem selben kappelan den armen lüten, den siechen ze Ravenspurch vnd dem spittal vervallen sin ietwederen zehen Schilling phenning.

Ich han och dem selben kappelan ze besserunge geben, daz er sol haben minen koph[18], den übergülten. Vnd dar nah sol er in lassen[19] allen priestern, die zen armen lüten sint ze Rauenspurch. Oder weler in nit dem andern lat, so sol dem nah gaenden vervallen sin vier phunt phenning costentzer, redelicher gült von dem vorgaenden für den kopf[20].

Vnd dar nah minen silberin koph allen lüpriestern, die recht pharrer sint ze Rauenspurch in dem selben recht als den vordem koph.

Vnd dar nah alles min silber geschierre, daz sol werden minem bruoder, Maister Volrich, daz ich verlan[21].

Vnd dar nah alles daz vech[22], daz ich vff dem lande han, daz sol han vnd werden Cuonrade, Hansen Troll sun.

Vnd dar nah vier phunt phenning sont[23] werden Cuontzen Zaendring von Lindowe vnd siner wirtinen[24] von dem guot, daz mir her Eberhart, der Truchsaess sol.

Vnd dar nah minen crutgarten vor Kaestlistor[25] sol werden ünser Frowen bruodern[26] ze Rauenspurch vnd gat von dem garten an vier:sechz Schilling zinse gen Bünde[27].

[36] Vnd dar nah in die samnung[28] gen Bünde ain phunt phenning. Vnd dar nah an daz hailtuom ze Wingarten}}[29] ain phunt phenning.

Vnd in die samnung gen Altdorf[30] zehen Schilling.

Vnd den armen lüten ze Altdorf dri Schilling.

Vnd in die Ouwe bi Rauenspurch[31] den herren[32] an den tisch ain phunt.

Vnd den swestern gen Maisuntal[33] fünf Schilling.

Vnd dar nah Humpissinun[34] an der brugge[35] zwai phunt phenning.

Me lan ich wissen, do min Wirtinen[36] starp, daz ich do dem Mauzzelin, Hans Trollen kint, verhiesse vor biderben lüten fünfzig phunt phenning nah minem tode, costenzer, ob[37] ich si verlan[38] mag. Daz han ich im gebesserot[39], ist daz ich verdirbe vff der vart, daz man im sol geben dar zuo drissig phunt phenning costentzer vnd zwai dü besten bett, dü ich verlan mag, vnd was dar zuo hoeret, vnd alles daz gewant, daz sin bas Kienastin verlan hat.

Vnd herr Vlrich Troll in die Ouwe[40] zwai phunt phening.

Vnd Elsun, miner magt, min kuo in dem stalle vnd waz nutzzes da von kunt vnd ain phunt phenning.

Vnd der Schekinun sünen von Vrnouwe ietwederem ain panzir[41], vnd was dar zuo hoeret.

Vnd her Berchtolt, dem Griesinger,[42] fünf schilling, vnd iedem Helfer[43] zwen Schilling.

Vnd so daz alles vs gericht wirt, so sol man alles min guot, was ich überigez han, ez si win oder veder, wat[44] oder geschierre, oder was ich verlan[45], so vergolten[46] wirt, daz sol man tailen in dri gelich tail.

Vnd der ain tail sol werden den vier Hansen Trollen kinden, dü noch bi der welt sint.

Der ander tail sol werden minem oehaim, dem Iltis von Marchtorf[47] vnd sinen kinden.

Der dritte tail sol werden miner muomen, der Segerinun von Vrnouwe[48] und ir kinden.

Ich, Claus Kienast, wil och, daz ich gewalt hab, ob[49] mich ez lust, ez sie iezo oder nach der Rom vart, wenne ich wil, dise ordenung vnd dis gemaecht[50] ze aendernt. Ist, daz ich es nit aender, so sol ez also beliben.

[37] Diser sache sint gezüge[51] herr Bertholt der Griesinger, lüpriester ze Rauenspurch, vnd herr Hainrich[52], kappelan zen armen lüten an dem veld[53] ze Rauenspurch vnd Claus der Schmit, burger ze Rauenspurch vnd Cuonrade der Startz.

Vnd ze ainem vrkünde[54] gib ich, Claus Kienast, disen brief besigelten allen den, den ich dis gemaecht[55] han getan mit dez ersamen mannes insigel, Friderichz Holbains, stet ammans ze Rauenspurch.

Ich, Friderich Holbain, jezo genant, henk min insigel an disen brief ze ainem vrkünde der rechten warhait durch dez vorgenannten Kienastz ernstlicher bett willen.

Der brief ist geben an dem hailigen abent ze wihenaechten, do man zalt von Cristez geburt drüzehn hundert iar, dar nah in dem nünden vnd vierzigosten iar (1349 Dezember 24.).

Siegler: Fridrich Holbain, Stadtamman zu Ravensburg. – Archiv der Sankt-Georgs-Kaplanei Ravensburg. Original Pergament, deutsch. Siegel gut erhalten. Dorsualvermerk des ersten Kaplans von St. Georg: Hainrich von Hoskirch.

Anmerkungen[Bearbeiten]

Die in der Vorlage in Klammern direkt im Text angegebenen Anmerkungen zum Textverständnis wurden – wo möglich – übernommen, nötigenfalls umformuliert oder ergänzt.

  1. da, weil
  2. w:Urnau
  3. Neubau der Liebfrauenkirche Ravensburg
  4. Konstanzer Währung
  5. Heinrich von Hoßkirch, Kaplan bei den Aussätzigen bei St. Georg
  6. Rebstücke
  7. Weißenau
  8. den Aussätzigen bei St. Georg
  9. wenn
  10. auf dieser
  11. Maß
  12. Gang
  13. Rebstücken
  14. den Aussätzigen zu St. Georg
  15. Stadtpfarrer
  16. ihnen
  17. Mahl
  18. Kelch, Becher
  19. hinterlassen
  20. Kelch
  21. hinterlasse
  22. Vieh
  23. sollen
  24. Ehefrau
  25. Anm. Wikisource: Kästlinstor, Stadttor in Ravensburg
  26. den Karmelitern
  27. Kloster Baindt
  28. Sammlung
  29. Heiltum in Weingarten, hier: Heilig-Blut-Reliquie
  30. Altdorf, heute Weingarten
  31. Prämonstratenserchorherrenstift Weißenau
  32. Mönchen
  33. Kloster Mariatal bei Weißenau
  34. Frau Humpis
  35. in ponte!
  36. Kienasts Ehefrau Mechthild
  37. wenn
  38. hinterlassen
  39. aufgebessert
  40. wohl ein Chorherr Ulrich Troll in Weißenau
  41. Panzer
  42. Pfarrer von Liebfrauen
  43. Kaplan
  44. Gewand
  45. hinterlassen
  46. verkauft
  47. Markdorf
  48. Urnau
  49. wenn
  50. Vermächtnis
  51. Zeugen
  52. Heinrich von Hoßkirch
  53. St. Georg
  54. zur Beurkundung
  55. Vermächtnis