Traum (Uhland)

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
<<< >>>
Autor: Ludwig Uhland
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Traum
Untertitel:
aus: Gedichte von Ludwig Uhland, Seite 217–218
Herausgeber:
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1815
Verlag: J. G. Cotta’sche Buchhandlung
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Stuttgart und Tübingen
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: MDZ München = Commons.
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
[[index:|Indexseite]]


[217]
Traum.


Es hat mir jüngst geträumet,
Ich läg’ auf steiler Höh’;
Es war am Meeresstrande,
Ich sah wohl in die Lande

5
Und über die weite See.


Es lag am Ufer drunten
Ein schmuckes Schiff bereit,
Mit bunten Wimpeln wehend,
Der Ferg’ am Ufer stehend,

10
Als wär’ ihm lang die Zeit.


Da kam von fernen Bergen
Ein lust’ger Zug daher.
Wie Engel thäten sie glänzen,
Geschmückt mit Blumenkränzen,

15
Und zogen nach dem Meer.


Voran dem Zuge schwärmten
Der muntern Kinder viel.
Die Andern Becher schwangen,
Musizirten, sangen,

20
Schwebten in Tanz und Spiel.
[218]

Sie sprachen zu dem Schiffer:
„Willt du uns führen gern?
Wir sind die Wonnen und Freuden,
Wollen von der Erde scheiden,

25
All von der Erde fern.“


Er hieß in’s Schiff sie treten,
Die Freuden allzumal,
Er sprach: „Sagt an, ihr Lieben!
Ist Keins zurückgeblieben

30
Auf Bergen, noch im Thal?“


Sie riefen: „Wir sind Alle!
Fahr zu, wir haben Eil’!“
Sie fuhren mit frischen Winden,
Fern, ferne sah ich schwinden

35
Der Erde Lust und Heil.