Trinkspruch (Kämpchen)

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Textdaten
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Autor: Heinrich Kämpchen
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Titel: Trinkspruch
Untertitel:
aus: Was die Ruhr mir sang, S. 114
Herausgeber:
Auflage: k. A.
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1909
Verlag: Hansmann & Co.
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Erscheinungsort: Bochum
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Quelle: Scans auf Commons
Kurzbeschreibung:
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[114] Trinkspruch *).[1]

So sprach der Wirt vom „Faßverein“:
Willkommen, wack’re Mannen!
Ich lade euch zur Nachtschicht ein,
Gefüllt sind schon die Kannen.

5
Auch liegt da unten Faß bei Faß,

Ihr Herr’n, vom allerbesten Naß,
Wir brauchen nicht zu dürsten. –

Zudem läßt man die reichste Huld
Hier angedeih’n dem Zecher,

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Es wird gestraft nicht und genullt

Für Mindermaß im Becher. –
Ein jeder trinkt so viel er kann,
Und wer den tiefsten Zug gewann,
Ist König von der Runde. –

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Die Temp’ratur dabei entspricht

Ganz uns’rem Wohlgefühle,
Wir leiden von der Hitze nicht
Und auch nicht von der Kühle. –
Doch straffe Ordnung wird geführt,

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Und wer da muckst und nicht pariert,

Fliegt ohne Gnad’ und Schonung.

Bei Tage währt die Arbeitszeit
Nicht lang’, wie die der Nächte,
Doch gibt’s dafür Gelegenheit

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Zum Suchen neuer Schächte. –

Und machen wir ’ne Ueberschicht,
Wir fordern Zahlung dafür nicht,
Der Stoff ist uns Genüge. –

So sprach der Wirt vom „Faßverein“

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Im Kreise seiner Gäste,

Und lud dabei zum Trinken ein
Die Herr’n auf’s allerbeste.
Und sie, sie lachten Sympathie
Ihm zu der „schönen“ Parodie

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Von uns’rem Bergmannselend.

  1. *) Gesprochen vom Vorsitzenden des „Faßverein“, Herrn Bürgermeister Lichtenberg, bei Begrüßung der Landtags-Kommission im Vereinslokale „Zur Krone“ in Dortmund.