Von einem tapfern Schneider (1812)

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Autor: Brüder Grimm
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Titel: Von einem tapfern Schneider
Untertitel:
aus: Kinder- und Haus-Märchen Band 1, Große Ausgabe.
S. 77-88
Herausgeber:
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1812
Verlag: Realschulbuchhandlung
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Erscheinungsort: Berlin
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Quelle: old.grimms.de = Commons
Kurzbeschreibung:
seit 1812: KHM 20
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Begriffsklärung Andere Ausgaben unter diesem Titel siehe unter: Das tapfere Schneiderlein.


[77]
20.

Von einem tapfern Schneider.

I.

In einem Städtlein Romandia war ein Schneider gesessen, welcher auf ein Zeit, als er gearbeitet, einen Apfel bei sich liegen gehabt, darauf viel Fliegen, wie dann Sommerszeiten gewöhnlich, gesessen; das thät dem Schneider Zorn, nahm einen Fleck von Tuch und schlug auf den Apfel und erschlug der Fliegen sieben. Als solches der einfältige Schneider gesehen, gedacht er bei sich selbst, sein Sach sollte gut werden, ließ sich bald einen sehr schönen Harnisch machen und darauf mit goldenen Buchstaben schreiben: sieben auf einen Streich geschlagen! zog mit seinem Harnisch auf der Gasse, wer ihn besahe, der meinte, er hätte sieben Menschen auf einen Streich zu todt geschlagen; ward darnach von jedermann übel gefürchtet. Nun war in derselben Gegend ein König, dessen Lob weit und überall erschallte, zu dem sich der faule Schneider fügte, in den Hof trat, sich daselbst in das Gras niederlegte und schlief. Die Hofdiener, die aus- und eingingen, den Schneider in dem reichen Harnisch sahen und [78] die Ueberschrift lasen, sich sehr verwunderten, was dieser streitbare Mann, jetzt, zur Zeit des Friedens, in des Königs Hof thun wollt’; sie gedachten, ohn Zweifel sey es ein großer Herr. Die Herren Räthe, so ihn gleichfalls gesehen, königl. Majestät, solches zu wissen thäten mit Anzeigung, daß, wo sich Zwiespalt begebe, er ein sehr nützlicher Mann wäre. Dem König die Reden wohl gefielen, bald nach dem geharnischten Schneider schickte, ihn, ob er Dienst begehret, fragte; dem der Schneider bald antwortete, er darum allher kommen wäre, und bäte königliche Majestät, wo sie ihn zu brauchen hätte, allergnädigst Dienst mitzutheilen. Der König ihm bald Dienst zusagte und ihm ein besonder Losament verordnete. Nun es stund nicht lange Zeit, die Reuter wurden dem guten Schneider gram, hätten gewollt, daß er beim Teufel wär, denn sie geforcht, wo sie mit ihm sollten uneins werden, mögten sie ihm keinen Widerstand thun, wann er allwegen sieben auf einen Streich zu todt schlagen würde; stets gedachten, wie sie doch von dem Kriegsmann kommen mögten, doch letztlich zu Rath wurden und mit einander überein kamen, all miteinander vor den König zu treten und um Urlaub zu bitten, welches auch geschahe. Der König, als er sahe alle seine Diener um eines Mannes willen Urlaub nehmen, ein traurigerer Mann er nie ward, hät gewollt, [79] er hätt den Kriegsmann nie gesehen, durft ihm doch nicht Urlaub geben, dann er forchte, er sammt allem seinen Volk zu todt geschlagen und hernach sein Reich von dem Krieger besessen werde. Suchte Rath und nach langem Hin- und Hergedenken letztlich einen Sinn erfande, vermeinte dadurch des Kriegsmannes (den niemand für einen Schneider schätzte), abzukommen, nach ihm schickte, ihm vorhielt, wie er wohl vernommen, daß er ein gewaltiger starker Kriegsmann wäre, nun hätt er zwei Riesen im Wald, die ihm außermaßen groß Schaden thäten mit rauben, morden, brennen, einem und dem andern, und man könnte ihnen weder mit Waffen noch andern Dingen zukommen, denn sie erschlügen alles; und so er sich unterstehn wollt, die Riesen umzubringen und brächte sie um, so wollt’ er ihm seine Tochter zu einem Weib und sein halb Königreich zu einer Ehsteuer geben, wollt ihm auch hundert Reuter zu Hilf wider die Riesen geben. Der Schneider war wohl zu Muth, daß er sollt eines Königs Tochtermann werden, sprach, er wollt gern die Riesen umbringen, und wohl ohne Hilf der Reuter sie zu tödten wisse. Demnächst zu Wald sich verfügte; die Reuter vor dem Wald warten hieß, hineintrat, von weitem lugte, ob er die Riesen irgend sehen mögte, doch nach langem Suchen sie unter einem Baum schlafend fand und schnarchelten, daß die Aeste an den [80] Bäumen sich bogen. Der Schneider sich nicht lange besann, was ihm zu thun wäre, schnell sein Busen voll Stein lase, auf den Baum, darunter sie lagen, stiege, anfing den einen mit dem Stein auf seine Brust zu werfen, davon er alsbald erwachte, über den andern zürnen ward, und sagte, warum er ihn schlüg? der andere aber entschuldigte sich so best’ er mogte; indem sie wieder schlafen wollten, der Schneider wieder einen Stein faßte und den andern warf, darvon er über sein Mitgesellen zürnen ward und sagte, warum er ihn werfe? Als sie aber von solchem Zanken ließen und ihnen die Augen zugangen waren, der Schneider gar heftig auf den ersten warf, daß der Riese nicht mehr vertragen mogte, seinen Gesellen heftig schluge (dann er vermeinte, er wäre von ihm geschlagen), welches der andere auch nicht leiden wollt’, aufstunden, Bäum ausrissen und einander selb zu todt schlugen, doch zu allem Glück den Baum, darauf der Schneider saß, stehen ließen. Als solches der Schneider sahe, daß zu Muth ward, dann er nie gewesen war, fröhlichen ab dem Baum stiege, jeglichem mit seinem Schwert ein Wunden oder etlich schlug und wieder aus dem Wald zu den Reutern ging. Die Reuter ihn fragten, ob er die Riesen nirgends gesehen hätte? „ja“ sagte der Schneider, „ich hab sie zu todt geschlagen und unter dem Baum liegen [81] lassen.“ Sie wolltens aber nicht glauben, daß er also unverletzt sollt’ von den Riesen kommen, sondern ritten in den Wald, dies Wunder zu besichtigen, und fandens also, wie ihnen der Schneider gesagt hatte. Darob sie sich sehr verwunderten, großen Schrecken empfingen und noch übler zu Muth waren, dann vor, dann sie mehr forchten, er würd sie, wo er ihnen Feind wär’ all umbringen, ritten also heim und sagten dem König die That an. Der Schneider begerte die Tochter mit sammt dem halben Königreich; der König, als er sahe die Riesen erwürgt, deswegen er seine Tochter dem unbekannten Krieger sollt zur Eh geben, war ihn seines Verheißens sehr gereuen, gedacht, wie er doch sein mit Fügen mögt abkommen, dann er ihm die Tochter zu geben keineswegs gesinnet. Dem Schneider noch einmal sagte, wie er ein Einhorn im Walde hätte, das ihm so sehr großen Schaden an Fisch und Leut thät, wenn er dasselbige fing, wollt er ihm die Tochter geben. Der Schneider war dessen wohl zufrieden, nahm ein Stricklein, ging zum Wald, befahl seinen Zugeordneten, heraußen zu warten, er wollt allein hinein, spazierte also im Walde umher. Indem ersah er das Einhorn gegen ihn daher springen, der Meinung ihn umzubringen; der Schneider aber war nicht unbehend, wartete bis das Einhorn gar nahe zu ihm kam, und als es [82] nahe bei ihm war, stellte er sich hinter den Baum dabei er zu allernächst war; das Einhorn aber, so sich in vollem Lauf nicht wenden konnt, mit dem Horn in den Baum lief und also darin unverwendt stecken blieb. Als solches der Schneider sah, herzuginge, dem Einhorn den Strick, so er mit sich genommen hätt, um den Hals thät und an den Baum bande, hinaus zu seinen Gesellen ging, ihnen seinen Sieg über das Einhorn anzeigt, solches hernach dem König zu wissen thät, welcher außer der Maßen traurig war, nicht wußt, wie ihm zu thun wäre, dann der Schneider der Tochter begert. Doch begert der König noch einmal an den Kriegsmann, er sollt ihm das wilde Schwein, so im Wald liefe, fahen, hernach wollt er ihm die Tochter ohne allen Verzug geben, wollt’ ihm auch seine Jäger zuordnen, die ihm helfen sollten das Wildschwein fahen. Der Schneider zog mit seinen Gesellen zum Wald, wie sie dazu kamen, befahl er ihnen heraußer zu bleiben, daß sie gar wohl zufrieden waren, denn das Schwein sie dermaßen oft empfangen, daß sie ihm nicht mehr begerten nachzustellen, dankten ihm fleißig. Der Schneider der trat hinein, und als ihn das Schwein ersahe, lief es gleich auf ihn mit schaumendem Mund und wetzenden Zähnen und wollt’ ihn zur Erde werfen. Zu allem Glück aber stunde eine Capelle in dem Wald, darin man vor Zeiten [83] Ablaß geholt, darbei eben der Schneider war, und als der Schneider solches ersahe, zunächst in die Capelle lief, oben zum Fenster wieder hinaussprang, dem die Sau alsbald nachfolgte und in dem Capellein stand; der Schneider aber lief gleich zu der Thüre, schlug die zu und versperrte das Gewild im Kirchlein. Demnächst er hinging und seinen Gesellen solches anzeigt, die mit einander heim ritten und es dem König anzeigten. Ob der König solcher Mähr froh oder traurig gewesen, mag ein jeglichs gering verständig leichtlich abnehmen, dann er sein Tochter dem Schneider hat geben müssen; zweifelt mir aber gar nicht, hätt’ er gewußt, daß er ein Schneider wäre, er hätt’ ihm eh’ einen Strick gegeben, als seine Tochter. Nun der König mußt seine Tochter einem Unbekannten geben, nicht mit kleiner Bekümmerniß; darnach aber der gut Schneider wenig fragt, er allein gedacht, wie er des Königs Tochtermann werden möge. Also war die Hochzeit mit kleinen Freuden vollbracht und aus einem Schneider ein König gemacht. Nun als er etliche Nächte bei seiner Braut gelegen, hat er im Schlaf geredet und gesagt: „Knecht, mach mir das Wamms, flick mir die Hosen, oder ich will dir das Ehlmaß über die Ohren schlagen.“ Welches die gut Jungfrau wahr genommen hat, solches ihrem Herrn Vater, dem König, anzeigte, ihn darbei [84] auch bat, er sollt’ sie des Mannes abhelfen, dann sie wohl merke, daß er ein Schneider wäre. Solche Red dem König sein Herz durchschnitten, daß er seine einzige Tochter einem Schneider gegeben hätte: doch tröstete er sie aufs beste und sagte, sie sollt die zukünftig Nacht die Kammer öffnen, so wollt’ er etliche Diener vor die Kammer stellen, und wann er mehr also sagt, müßten sie hineingehen: solches der Frauen Gefallen war. Nun hätt der König am Hof einen Waffenträger, der dem Schneider hold war und des Königs Red zu der Frauen gehört hatte, sich schnell zum jungen König fügte, und ihm das schwere Urtheil, so über ihn gegangen, eröffnete mit Bitten, er wolle sich so best er mögt, verwahren. Der Schneider sagt ihm seines Warnens großen Dank: er wüßte dieser Sachen wohl zu thun. Wie nun die Nacht kommen war, der Schneider sich mit der jungen Königin legte nicht anders thäte, als ob er schlief, die Frau aber stund heimlich auf, öffnete die Kammer und legte sich wieder zu Bett. Der Schneider, der solches alles gehört, fing an zu reden, gleich als im Schlaf mit heller Stimm, daß die vor der Kammer wohl hören mögten: „Knecht, mach mir die Hosen, bletz mir das Wammes, oder ich will dir das Ehlmaß über die Ohren schlagen, ich hab sieben auf einen Streich zu todt geschlagen, ich hab ein Einhorn sammt einer wilden Sau gefangen, sollt’ [85] ich dann die vor der Kammer fürchten?“ Die vor der Kammer, als sie solche Wort vernommen, nicht anderst flohen, oder als jagten sie tausend Teufel, und keiner wollt’ seyn, der sich an den Schneider richten wollt’, also blieb der Schneider sein Lebtag ein König.


II.

An einem Sommermorgen saß ein Schneiderlein auf seinem Tisch vor dem Fenster, da kam eine Bauersfrau der Straße daher und rief: „gut Mus feil! gut Mus feil!“ – da streckte das Schneiderlein seinen Kopf zum Fenster hinaus und rief: „Hier herauf, liebe Frau, ihr macht einen guten Kauf.“ Als die Frau hinauf kam, besah es alle Töpfe, zuletzt kauft es sich ein Viertelpfund. Darnach schnitt es ein Stück Brot über den ganzen Laib, schmierte das Mus darauf, legte es neben sich auf den Tisch und gedacht, du wirst gut schmecken, aber erst will ich das eine Camisol fertig machen, eh ich dich esse; fing an zu nähen und machte große Stiche vor Freuden. Indeß ging der Geruch von dem Mus auf und zu den Fliegen, da kamen sie in Menge und setzten sich auf sein Musbrot „Wer hat euch zu Gast gebeten,“ sagte es und jagte sie fort; es dauerte aber nicht lange, so kamen sie von neuem und ließen sich noch zahlreicher auf das Musbrot nieder. Mein Schneiderlein [86] ward bös, ergriff einen großen Tuchlappen und: „euch will ichs geben“ schlug es drauf. Darnach zog es ab und zählte, wie viel es getroffen, da lagen neun und zwanzig todt vor ihm. „Bist du so ein Kerl!“ sprach es und verwundert sich über sich selbst und in der Freude seines Herzens nähte es sich einen Gürtel und stickte darauf: 29 auf einen Streich! „Du mußt in die Welt hinein!“ dacht das Schneiderlein, band sich den Gürtel um den Leib und sucht’ im Haus, ob nichts da wär zum mitnehmen, da fand es einen alten Käs, den steckt’ es in die Tasche, unterwegs fing es einen Vogel, der mußte auch hinein. Das Schneiderlein stieg auf einen hohen Berg, wie es oben hin kam, saß da auf der Spitze ein großer Riese, zu dem sprach es: „Cammerad, wie gehts, ihr seht euch wohl hier oben in der Welt um, ich will mich auch hinein begeben.“ Der Riese aber blickte ihn verächtlich an und sprach: „du bist ein miserabeler Kerl.“ Das Schneiderlein knöpfte seinen Rock auf, zeigte dem Riesen den Gürtel: „da kannst du sehen, was du für einen Mann vor dir hast.“ Der Riese las die Worte: 29 auf einen Streich! und weil er meinte 29 Menschen auf einen Streich erschlagen, fing er an Respect vor dem Schneiderlein zu kriegen, doch wollt er es erst prüfen. Da nahm er einen Stein und drückte ihn so stark, daß das [87] Wasser herauslief: „so stark bist du doch nicht.“ – „Wenns weiter nichts ist, sagte das Schneiderlein, das kann ich auch.“ Darauf griff es in die Tasche, holte den faulen Käs und drückte ihn, daß der Saft heraus lief: „gelt! das war noch besser.“ Der Riese verwunderte sich, nahm einen Stein und warf ihn so hoch, daß man ihn kaum mehr sehen konnte: „das mach mir nach.“ – „Der Wurf war gut, sagte das Schneiderlein, doch hat dein Stein wieder zur Erde fallen müssen, ich aber will dir einen werfen, der soll gar nicht wiederkommen.“ Da nahm es den Vogel aus der Tasche und warf ihn in die Luft und der Vogel flog ganz fort: „wie gefällt dir das!“ der Riese erstaunte, schlug sich zu ihm und sie gingen zusammen weiter. Da kamen sie an einen Kirschbaum, der Riese nahm die Krone und bog sie herunter und gab sie dem Schneiderlein, daß es auch davon essen könnte. Das Schneiderlein aber war zu schwach und konnte der Stärke des Baums nicht widerstehen und ward mit in die Höhe geschnellt. „Was ist das, sagte der Riese, hast du die schwache Gerte nicht halten können!“ – „Das ist ja nichts, antwortete das Schneiderlein dazu, für einen der 29 auf einen Streich getroffen hat: weißt du, warum ich es gethan habe? da unten da schießen die Jäger in das Gebüsch, da bin ich flugs über den Baum hinüber gesprungen, [88] das thust du mir nicht nach.“ Der Riese glaubte nun es überträf niemand auf der Welt das Schneiderlein an Stärke und Klugheit.

(Das weitere fehlt.)

Anhang Band 1

[XI]
Zu dem tapfern Schneider. No. 20.

Die erste Erzählung ist genommen aus einem ziemlich seltenen, kleinen Buch: Wegkürzer, ein sehr schön lustig und aus der Maßen kurzweilig Büchlein – durch Martinum Montanum von Straßburg 12. von 1557. Bl. 18-25. Wir kennen noch eine andere Ausgabe von 1607. In einem dänischen Volksbuch ist dieselbe Geschichte gereimt, Nyerup spricht davon in seiner Abhandlung über die dänischen Volksbücher (Iris und Hebe 1796. Octob. S. 36) Es ist da ein Schuhmacher, der mit seinem Knieriemen 15 Fliegen auf einen Schlag tödtet. Er besteht erst den Eber, der eine schlaferweckende Frucht frißt, dann das Einhorn, zuletzt einen Bären, den er in einen Ziegelbrennerofen einsperrt. Die hier folgende holländische Recension ist aus einem Amsterdammer Volksbuch: Van kleyn Kobisje alias Koningh sonder Onderzaten S. 7-14. Sie hat, wie man sieht, wieder ihre Eigenthümlichkeiten. [XII] Zu beklagen ist, daß die zweite Erzählung, nach mündlicher Mittheilung, nur ein Fragment giebt, ohne Zweifel wäre das Ganze recht gut. Bei der glücklichen Jagd denkt man auch an den feigen Waldemar in der Wilkinasaga, (235.) der auf den Hirsch zu sitzen kam.


Van kleyn Kobisje.

Kleyn Kobisje sittende aen de Naaybank hy scheld een Appel ende laet de Schel van die op de Naaybank liggen, hy maeckt een Vliegeslager, en alsoo 'er Vliegen op de Appelschel quamen om die af te keeren, slaet 'er net in eenen Slag seven gelyk; springt van de Naaybank, oordelde dit een Romeyn-stuk te zyn, denkt noch hier door een groot Man te worden, verkoopt al wat hy heeft, en laet 'er een cierlyk Schild van maken, en liet 'er opsetten: jck heet Kobisjen den onversaagden, ick sla der seven met eenen Slagh. Treckt doen in een ver Landt, daer den Koningh Meester was, bind doen dit Schild op syn Borst, ende gaet achter des Konings Paleys, tegen een hoogen Heuvel aen leggen, daer hy wist dat de Koningh gewoon was ordinaris heen te sien: ende also de Son sterck scheen, en wist de Koningh niet wat daer so flikkerde, send terstond een Edelman derwaerds. Hy by hem komende wierd vervaert in dit te lesen: ick heet Koningh onversaagd, ick sla der seven met een Slagh. Gaet wederom, verhaelt den Koningh dit vorgaende, die terstond 2 a 3 Compagnien Soldaten daer henen sond, om hem wacker te maken, en met een beleeft Onthael ten Hove te geleyden, met soodanigh Respect, als sulcken Cavalier toekomt. Sy trecken op's Koninghs Bevel henen, by hem komende en dorsten hem, ofte niemand en wil de eerste wesen, om hem aen te spreken. Maer eenen uyt den Hoop was soo couragieus, dat hy een Pieck nam ende stiet hem tegens de Sool van syn Schoen. Hy springht op met groote Kracht, sy vallen op haer Knyen, ende biddem hem, hy beliefden eens by den Koningh te komen, het welcke [XIII] geschieden. By den Koningh nu zynde, was hy in groot Aensien. Ondertusschen word hem voorgehouden, hy kon des Koninghs Zwager worden, maer daer waren drie zware Dingen te doen, die moest hy voor den Koningh uytwercken. Voor eerst soo was 'er een wild Vercken, dat seer heel quaed dede, en niemand vangen kon. Ten tweeden waren 'er drie Reusen, die het in het Bosch des Koninghs soo onvry maekten, dat 'er niemand door konde reysen, of was een doodt Man. Ten derden waren 'er ettelyke duysend vreemde Volckeren in het Landt gevallen, en soo't scheen, stond het Ryck in groot Peryckel. Dit neemt hy aen om uyt te voeren. Word den Wegh aengewesen, daer her wild Vercken was. Gaet met een groote Couragie uyt 't Hof. Hy was qualyck soo ver, dat hy 't Vercken hoorde, of wenschte sich selve weer aen syn Naaybank 't Vercken komt met sulcken Furie op hem aenlopen, dat hy na een goed Heenkomen sagh, siet een vervallen Kapel, en vlucht daer in. Het Vercken hem na. Hy met 'er Haast vlieght door het Venster over de Muur ende haelt de Deur van de Kapel toe. Doen was 't Vercken vast, en komt by den Koningh, die hem vraeghde, hoe hy 't Vercken gevangen had? voer altoos uyt: ick greep het met groote Kracht by de Hairen of Borstelen en wierp 't in de Kapel, en ick heb't niet willen dooden, om u voor een Present te vereeren Groote Vreugd was 'er in 't Hof. – Gaet na de Reusen, en tot en Geluck vond haer slapende. Neemt syn Sack, vult die met Steenen. Klimt op eenen hoogen Boom, werpt den eenen, die meenden dat het den anderen dede. Begint te kyven, hy sou syn werpen laten of hy soude hem voor syn Ooren bruyen. Den tweeden word ook geworpen, begint te vloecken. De derde word met het selfde onthaelt. Staet op en treckt syn Degen. Vlieght den anderen aen, en steekt hem, dat hy doodt ter Aerden valt. Begint met den anderen ook, en door't lang Worstelen vallen beyde ter Aerden van Vermoeytheyd. Hy syn Hans siende, komt af en neemt van die dood was syn Rapier, en steekt die alle beyde doodt, en houdse [XIV] den Kop af, gaet so weder na't Hof. Den Koningh vraeghde hem, of het bestelt was? antwoorde ja. Men vraeghde hem; hoe hy't bestelt had? Seyde aldus: ik nam den eenen by syn Beenen, en ick slveger den ander met, dat hy doodt ter Aerden viel, er den anderen heb ick met de selfde Munt betaelt. En die ick by de Beenen had, half doodt zynde, smeet ick met sulcken Kracht tegen een Boom, dat den Boom wel ses Voet uyt de Aerde vloogh. De Vreughd was seer groot, ende men hielt hem voor de grootste in't Hof. Hy maeckten hem wederom gereed, en den Adel van't Hof met hem, en daer toe een braef Heyrleger, daer hy Oversten van sou zyn. Syn Afscheyd genomen hebbende, vingh't derde Stuck aen. Liet het Leger marcheeren, ende hy volghde te Paerd Maer alsoo hy noyt een Paerd gereden hadde, wist hen qualyk in Postuur te houden. Gekomen zynde op de Plaets daer de Vyandt was, laet hy het Leger in Batalie stellen, hem wierd doe geboodschapt, dat het alles in Order was. Wist niet, hoe hy't Paerd soude wenden. Treckt aen de verkeerde Zyde des Tomms, en geeft het Paerd de Sporen, so dat het met een volle Galop na de Vyand liep. En alsoo hy den Toom van het Paerd niet vast en hield, greep hy onderwegen een houte Kruys, dat onder afbrack, en hield het soo vast in den Arm. Den Vyand hem siende, meende dat het de Duyvel was, ende begonden te vluchten, en die't niet ontkomen en kosten, verdronken: staken hare Schepen van de Wal af ende voeren soo wegh. Hy quam met den Zegen wederom by syn Adeldom, en't heele Leger, die hy zyn Victorie verhaelde, en hoe de Vyanden heel in Routen geslagen waren. Hy komt by den Koningh, en verhaelt syn Victorie, die hem bedanckten. Voorts doet hy hem uytroepen voor Navotger en Nazaat tot de Kroon. Den Troumdagh vast gestelt zynde, maken daertoe groote Preparatien. Den Trouw gehouden hebbende, was hy in groot Annsien, en altyd naest den Koningh. 't Geviel, dat Kobisje meest alle Nachten droomde, als dat hy noch aen de Naaybank sat, en hem quam altydt noch het een of't ander [XV] in de Gedachten van syn Werck, kuydkeels riep: Lustigh, lustigh, rep-je! noch ses of seven, soo hebje heyligh Avond! meende dat hy de Jongens iet te vouwen of te naajen gaf. De Dochter wierd vervaert, meenende dat den Duyvel in hem was, om dat hy soo al relde van lustigh, lustigh. Klaegh: het haer Vader, dat hy haer een Boekebinder gegeven had, en geen Heer van Staet. De Vader besluyt een Compagnie Soldaten 2 a 3. by zyn Slaepplaets te leggen, om (soo't weer geveurde) hem gevangen te nemen, of dooden. Hy word hiervan gewaerschouwt. Te Bed zynde, vaert aldus uyt! ick heb een wildt Zwyn overwonnen, ick heb drie Reusen gedoodt, ick heb een Leger van honderd duysend Mannen verslagen, en van dese Nagt sal' er nog 2 a 3 Compagnien Soldaten aen. Hy ten Bedde uytstapt na haer toe, en gaet met groote Kracht. Sy hem hoorende, vielen Bol over Bol van boven neer. Die gene, die doodt bleven en Armen en Beenen verloren hadden, waren in groot Getal, en die het ontliepen, brochten oen Koningh sulken Boodschap, die aldus uytvoer: myn Dochter behoord wyser te wesen, datse sulken grooten Cavelier soo sal affronteren. Ondertusschen den Koningh sieck zynde, sterft, laet hem tot Nazaat van de Kroon, die Kobisje aenneemt en heeft syn Ryck in Rust geregeert.

Anhang Band 2

[LXIII] Num. 20. (der tapfere Schneider.) Fischarts Gargantua 254 b. – „ich will euch tödten, wie die Mücken neun auf einen Streich wie jener Schneider.“ Simplicissimus B. 2. Cap. 28. und den Titul eines Schneiders, sieben auf einen Streich überstiegen hatte.