Von einer jungen Frau

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Textdaten
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Autor: J. S.
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Titel: Von einer jungen Frau
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 46, S. 784
Herausgeber: Ernst Keil
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1877
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[784] Von einer jungen Frau geht uns aus dem thüringischen Städtchen N. eine rührende poetische Klage zu, die wir trotz ihrer dichterischen Schwächen hier nicht unterdrücken wollen; vielleicht, daß dadurch das Glück, das sie so sehr vermißt, doch zu der einsamen Mutter zurückkehrt. Das Gedicht, dessen ersten Theil wir streichen, lautet in seinen Schlußstrophen:

Oft saß ich bei der Lampe Schein
Beim kranken Kind, voll Sorg’ und Leid,
Und pflegt’ und wachte ganz allein –
Und er war fern bei Lustbarkeit.

Beliebt ist er bei Sang und Schmaus.
Für uns: ein Gruß, ein kurzes Wort –
„Lebt wohl“ – so eilt er aus dem Haus,
„Die Freunde warten; ich muß fort.“

Was klag’ ich denn? Ich hab’s nicht schlecht,
Und dennoch zürn’ ich dem Geschick
Gar oft; vermiß ich nicht mit Recht
Sein Fragen nach der Kinder Glück?

O, wenn er doch dies Blatt einmal
Zu Händen nähm’ im Zeitvertreib!
Vielleicht ließ enden er die Qual
Und blieb’ daheim bei Kind und Weib.

J. S.