Was Alles in Deutschland früher getrunken wurde

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Titel: Was Alles in Deutschland früher getrunken wurde
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 3, S. 40
Herausgeber: Ferdinand Stolle
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Erscheinungsdatum: 1855
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[40] Was Alles in Deutschland früher getrunken wurde. Das Bier war von jeher ein Lieblingsgetränk der Deutschen, und es gehört in früherer Zeit sogar zum nicht geringen Stolze und Ruhme einer Stadt, ein gutes und kräftiges Bier zu brauen. Der Breyhan, welcher am meisten gebraut wurde, etwa so wie heutigen Tages das Lagerbier, verdankte seinen Namen einem gewissen Conrad Breyhan, der denselben 1526 in Stöcken, einem unweit Hannover gelegenen Dorfe, zuerst braute. Später findet man des Breyhans aller Orten erwähnt, woraus hervor geht, daß er allseitigen Beifall bei unsern Vorfahren gefunden haben muß. Unter den verschiedenen Namen, mit welchen die Biere damals getauft waren, stößt man auf so sonderbare, daß eine kurze Zusammenstellung nicht uninteressant erscheinen mag. In Goslar wurde Gose gebraut; in Dassel der Hund; zu Wettin der Reuterling; zu Königslutter der Duckstein; in Eckernförde gab es Quackelteis; in Wismar Kniesenack; zu Ratzeburg Rummeltheis; in Teschen trank man Marzerz; in Oppau Merz; Leipzig braute Rastrum; Zadeck (in Böhmen) Samecke; Gardeleben Garleg; zu Tecklenburg in Westphalen wurde Griesing verzapft; zu Osnabrück Buße; zu Münster Kolth; in Braunschweig Mume (giebt es bekanntlich jetzt noch): zu Breslau verkaufte man Schöps; München hatte seinen Bock, der gegenwärtig noch getrunken wird; am Gefährlichsten war es in einem Dorfe bei Jena, wo ein Bier gebraut wurde, welches den Namen Mord- und Todschlag führte.