Wem gilt unser Krieg?

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Textdaten
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Autor: Ernst Scherenberg
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Titel: Wem gilt unser Krieg?
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube
Herausgeber: Ernst Keil
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1874
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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Wem gilt unser Krieg?


Wem gilt unser Krieg? – Euch sei es gesagt,
Die mit tückischer Lippe ihr winselt und klagt,
Daß er wider den Glauben gerichtet,
Daß in Fesseln geschlagen das göttliche Wort,

5
Daß geschändet die Priester am heiligen Ort,

Daß die christliche Kirche vernichtet!

Wem gilt unser Krieg? – Euch werde es kund,
Die im Dunkeln ihr schleicht, zu verderblichem Bund
Eure Fäden und Maschen zu schürzen;

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Die nimmermehr deutsch ihr gedacht und gefühlt,

Die mit Wälschen ihr äugelt, mit Wälschen ihr wühlt,
Unser Reich und den Kaiser zu stürzen.

Wem gilt unser Krieg? – O, ihr wißt es so gut!
Er gilt jener pfäffisch verlogenen Brut,

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Die von Rom ihre Losung bekommen;

Er gilt nicht der Kirche und nicht dem Altar,
Er gilt jener heuchlerisch frömmelnden Schaar,
Doch nimmer dem Glauben der Frommen.

Wem gilt unser Krieg – Nicht dem stillen Gebet,

20
Das den Segen der Liebe vom Himmel erfleht,

Gleichviel, wie die Lippe es flüstert –
Doch dem Priesterhaß und dem Dogmenzwang,
Der die Seele des Volkes vergiftend durchdrang
Und den Frieden des Hauses umdüstert.

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Wem gilt unser Krieg? – Allem Pfaffenbetrug,

Der Afterkirche, dem Götzen voll Lug,
Daß dem Sturm er des Geistes erliege.
Du Gottheit der Treue, der Liebe, des Lichts,
Du schleuderst die Lüge zum Abgrund des Nichts

30
Und führest die Wahrheit zum Siege.


Ernst Scherenberg.