Wenn eine Mutter betet für ihr Kind

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Textdaten
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Autor: Ferdinand Stolle
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Titel: Wenn eine Mutter betet für ihr Kind
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 17, S. 217
Herausgeber: Ferdinand Stolle
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1855
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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Wenn eine Mutter betet für ihr Kind.[1]

Der reinste Ton, der durch das Weltall klingt,
Der hellste Strahl, der zu dem Himmel dringt,
Die heiligste der Blumen, die da blüht,
Die reinste aller Flammen, die da glüht,
Ihr findet sie allein, wo fromm gesinnt,
Still eine Mutter betet für ihr Kind.

Der Thränen werden viele, ach, geweint,
So lange uns des Lebens Sonne scheint;
Und mancher Engel, er ist auserwählt,
Auf daß er unsre stillen Thränen zählt –
Doch aller Thränen heiligste sie rinnt,
Wenn eine Mutter betet für ihr Kind.

O schaut das Hüttchen dorten, still und klein,
Nur matt erhellt von einer Lampe Schein,
Es sieht so trüb’, so arm, so öde aus –
Und gleichwohl ist’s ein kleines Gotteshaus,
Denn drinnen betet, from gesinnt,
Ja eine Mutter für ihr Kind.

O nennt getrost es einen schönen Wahn,
Weil nimmer es des Leibes Augen sah’n,
Ich lasse mir die Botschaft rauben nicht,
Die Himmelsbotschaft, welche uns verspricht:
Daß Engel Gottes stehs versammelt sind,
Wenn eine Mutter betet für ihr Kind.

 F. Stolle


  1. Aus der im Laufe des Sommers erscheinenden neuen Gedichtsammlung: „Palmen des Friedens“ von F. Stolle.