Wie findet man seinen Platz im Bahnwagen?

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Titel: Wie findet man seinen Platz im Bahnwagen?
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 26, S. 447
Herausgeber: Adolf Kröner
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1894
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[447] Wie findet man seinen Platz im Bahnwagen? Diese schon oft gestellte Frage ist nicht so einfach zu beantworten, wie man glaubt. Wer viel in direkten schnellfahrenden Zügen verkehrt, weiß, wie schwierig es ist, unterwegs nach Einnahme einer Herzstärkung in der Bahnhofswirtschaft einer Zwischenstation unter den vielen einander aufs Haar gleichenden Wagen des Zuges den richtigen herauszufinden. Manchem ist es schon begegnet, daß er im Packwagen Platz nehmen mußte, weil er sich schlechterdings nicht zurechtfinden konnte. Bekannt ist die Geschichte von dem Reisenden, der unter Benutzung eines beliebten Hilfsmittels der Gedächtniskunst die Nummer seines Wagens dadurch festzuhalten suchte, daß er sich ein darauf bezügliches weltgeschichtliches Ereignis merkte. Er vergaß die Nummer und wollte diese nun mit Hilfe der Geschichtszahl feststellen, kam aber dadurch in die viel schlimmere Lage, für geisteskrank gehalten zu werden, weil er mit allen Zeichen der Erregung aus dem Stationsvorstande herauszubringen versuchte, wann Gottfried von Bouillon Jerusalem erobert habe.

Ein französischer Techniker suchte dem oft gefühlten Uebelstande dadurch abzuhelfen, daß er die einzelnen Wagen in auffälliger Weise mit Tiergestalten bezeichnete, z. B. mit einem Hund, einem Fisch, einem Krebs. Neuerdings hat die österreichische Kaiser-Ferdinands-Nordbabn in den einzelnen Wagen Zettelblöcke angebracht, deren Blätter auf der Vorderseite mit der Firma der Bahn und der Nummer des Wagens versehen sind und von dem reisenden Publikum leicht abgetrennt werden können. Durch diese Einrichtung wird es dem Reisenden beim Aussteigen unterwegs ermöglicht, den zuerst benutzten Wagen, der sein Handgepäck, seinen Hut etc. enthält, ohne weiteres wieder aufzufinden, wenn ihm dessen Nummer aus dem Gedächtnis entschlüpft sein sollte.