Winterlied (Geisheim)

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Textdaten
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Autor: Johann Karl Wilhelm Geisheim
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Titel: Winterlied
Untertitel:
aus: Gedichte, Zweites Bändchen,
S. 231–233
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1839
Verlag: Josef Max und Komp.
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Erscheinungsort: Breslau
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Kurzbeschreibung:
Siehe auch Winter
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Winterlied.


Mit kalter Kost von Schnee und Frost
Fand sich der Winter ein;
Wir nehmen an des Ofens Ost
Nun Platz beim Kerzenschein.

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Jetzt ist der Himmel selten blau,

Sturm weht vom Sternenplan:
Drum bau’n den Himmel wir uns schlau
In unserm Stübchen an.

Uns stellt sein heitres, blaues Bild

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Im engsten Raum’ sich dar,

Und eine Sonne, warm und mild,
Belebt den Hausaltar.
Prunkt auch ihr Schein mit Strahlen nicht,
Glanz thut uns gar nicht Noth:

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Fühlt nur an’s Herz, dort wärmt ihr Licht,

Dort glüht ihr Abendroth.

O haltet diese Sonne warm,
Laßt leuchten uns ihr Licht;
Dann ist der Winter gar nicht arm,

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Wenn’s ihm auch sonst gebricht.
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Dann wird mit voller, reicher Hand

Er seine Gaben streun;
Denn was sonst auf den Feldern stand,
Das ist ja Alles sein.

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Der Frühling und der Sommer sind

Nur seinem Dienst’ geweiht;
Für Alles, was der Herbst gewinnt,
Hielt er den Sack bereit.
Ja ja, fürwahr! der Winter ist

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Der allerreichste Mann,

Deshalb er auch zum heil’gen Christ
Recht viel bescheren kann.

Drum ist’s, als wenn es Sommer wär’,
Wenn er sein Tischchen deckt;

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Wen kümmert’s, ob die Felder leer,

Wenn, was drauf stand, ihm schmeckt.
Schön zwar ist Blum’ und grüne Saat,
Und Schäfchen drauf herum;
Er wandelte es in Sallat

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Und guten Braten um.


Die Sänger zwar im Rosenhain,
Der Fink, die Nachtigall,
Die sollen fortgezogen sein
Mit ihrer Lieder Schall.

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Doch glaubt es nicht, der Schall ist da,

Der Winter liebt Gesang;
Auch lose Finken sind ihm nah,
Und fremd in ihm kein Klang,

So soll er uns denn klangreich sein

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Beim Mahl’, das er beschert.

Er hat ja Liebe, Sang und Wein,
Und was ihr sonst begehrt.
So geb’ er, was er geben kann,
Wir danken’s ihm auch schön;

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Von vorne nur fang’ oft er an,

Und lass’ sich wieder sehn.