Wohl gespeist zu haben!

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Textdaten
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Autor: Johann Karl Wilhelm Geisheim
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Titel: Wohl gespeist zu haben!
Untertitel:
aus: Gedichte, Zweites Bändchen.
S. 34–36
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Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1839
Verlag: Josef Max & Komp.
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Erscheinungsort: Breslau
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Quelle: Commons, Google
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[34]
Wohl gespeist zu haben!


Was sich ziemt, und was sich schickt,
Thut der Sänger gerne.
Nichts, was Sitt’ und Leben schmückt,
Stehet ihm zu ferne.

5
Drum auch an der Tafel Schluß

Bringet er den alten Gruß:
Wohl gespeist zu haben!

Alles Ding sein Ende hat,
Auch die frohsten Schmäuse;

10
Denn der Mensch wird leider satt

Auch der besten Speise.
Dennoch, welch ein schönes Ziel!
Welch ein seliges Gefühl:
Wohl gespeist zu haben.

15
Zwar, wer allzutief in’s Glas,

In die Schüssel guckte,
Wer in Gier und Übermaß
Tafelfreuden schluckte,
Steif, an Leib und Seele schwer,

20
Wünscht zur Noth dem Nachbar er:

Wohl gespeist zu haben!

[35]
Geht, und leget sich auf’s Ohr,

Um zu schnarchen, nieder;
Für ihn war kein Sänger-Chor,

25
Für ihn gab’s nicht Lieder.

Und nach seinem finstern Traum’
Rühmt er sich wohl selber kaum,
Wohl gespeist zu haben.

Schlimmer dran ist er ja fast,

30
Als manch armer Teufel,

Der als Tischgenoß und Gast
Bleibt im Magenzweifel,
Und doch an des Mahles Schluß
Hungrig höflich wünschen muß:

35
Wohl gespeist zu haben!


Wer ein ächter Schmauser ist,
Der bei Tafelfreuden
Nicht sein eignes Heil vergißt,
Und die Hunger leiden;

40
Froh an Seel’ und Leib bestellt,

Wünschet er der ganzen Welt:
Wohl gespeist zu haben!

Was er dazu wirken kann,
Thut er ohne Säumen;

45
Liebe lodert er sich an
[36]
Bei des Bechers Schäumen;

Heiter und in frommer Lust
Geht er heim, sich froh bewußt,
Wohl gespeist zu haben:

50
Er nur weiß, was schmausen heißt,

Er nur weiß zu leben;
Ihm nur glüht der Himmelsgeist
Im Genuß der Reben.
Einst, entrückt dem Erdensturm,

55
Wünscht er fröhlich auch dem Wurm:

Wohl gespeist zu haben.