Wurstlied

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Textdaten
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Autor: Johann Karl Wilhelm Geisheim
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Titel: Wurstlied
Untertitel:
aus: Gedichte, Zweites Bändchen.
S. 189–190
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Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1839
Verlag: Josef Max & Komp.
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Erscheinungsort: Breslau
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Quelle: Commons, Google
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Wurstlied.


Wurst ist des frohen Lebens Bild,
Ein Mengsel bunt und rund,
Sie glitscht so leicht, sie glitscht so mild
Hinunter in den Schlund;

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Sie zu zerlegen, braucht es nicht

Der Heldenthaten Durst;
Drum man bei leichter Arbeit spricht:
Huida! das ist mir Wurst.

Doch leichte Arbeit ist nun zwar

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Das Leben selber nicht;

Es kostet manches graue Haar,
Und Runzeln im Gesicht.
Jedoch ein lebensfrohes Herz,
Voll von der Freude Durst,

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Ruft bei der Plage, bei dem Schmerz:

Huida! das ist mir Wurst.

Mag’s donnern, blitzen, hageln auch
Ein wenig in der Welt,
Mag nach des Winters kaltem Brauch

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Verschnei’n der Freude Feld;
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Nichts löscht in heitrer Seel’ uns aus

Des Frohsinns Liebesdurst;
Stets singet ein fideles Haus:
Huida! das ist mir Wurst.

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Beglückt, wer diesen Sang versteht,

Und nimmer ihn verlernt;
Der ist ein seliger Poet,
Sein Himmel ist besternt.
Ihm schmeckt die Welt wie Zuckerkant,

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Er reimt auf Wurst den Durst,

Und schreit, das Glas in seiner Hand:
Huida! das ist mir Wurst.

So soll uns heute Wurst und Lust
Hier fett und wohl gedeihn,

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Und nicht vergebens sich bewußt

Des Durstes Jeder sein.
Wurst ist die Losung und ein Glas
Wohl gar auch über’n Durst;
Und ferner klingt’s bei Wurst und Faß:

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Huida! das ist mir Wurst.